Alltags-taugliche Kreativitäts-Techniken(1)

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Als ich vor ein paar Jahren mein altes Geschäft aufgeben musste und ich alles Andere als erfreut war,  zugleich aber auch wusste, dass die Finanz-Branche nicht mehr mein Ding war und ich den Schritt für Veränderung ohnehin hätte tun müssen, gleichzeitig aber auch noch kein wirklich brauchbares Geschäftsmodell neu entwickelt hatte, durfte mir etwas einfallen. Und dabei wusste ich nur, dass ich auf mein Potenzial vertrauen wollte. Da ich immer schon ein kreativer Mensch war, grub ich dann halt auch in meiner Schatzkiste. Ein paar Jahre sind nun ins Land gezogen und ein langer Weg gegangen. Und erst seitdem verstehe ich so richtig den Sinngehalt des Satzes „Der Weg ist das Ziel“.  Und jeder Weg dauert die Zeit, die er braucht. Deshalb ermutige ich Menschen heute auch, ihren Weg zu gehen. Sinn-voll und realitäts-bezogen.

Ich ermutige daher wirklich, sich zu trauen, den eigenen Weg zu gehen und auch niemals aufzugeben, in sich selbst zu vertrauen. Wer zu früh aufgibt, vergibt sich vielleicht auch die Chance, echte Veränderung in sich selbst zu erfahren.

Aus meiner Erfahrung habe ich dann auch ein paar Kreativitäts-Techniken entwickelt, die jeder Mensch ohne Fortbildung oder Seminar oder Coaching anwenden kann. Es sind somit Techniken, die alltagstauglich genutzt und jederzeit angewandt werden können. Dabei sind sogar Ort und Zeit unerheblich.

Was dazu erforderlich ist:

  1. die entsprechende Offenheit für Selbst-Training
  2. Smartphone mit integrierter Kamera oder Fotoapparat/Kamera
  3. unterschiedliche Dinge in der Umgebung, die alt sind (z.B. Jeans, Schrank, Geschirr, Lampe, Kuchenblech oder xyz)

Das Training dabei ist Folgendes:

immer wieder gibt es Fragestellungen, die einen bewegen und zu denen man keine Antwort hat. Oder aber es gibt Situationen, zu denen man ein bestimmtes Gefühl wie Wut, Ohnmacht, Ärger, Unschlüssigkeit oder was auch immer entwickelt hat und die man vielleicht gerne anders „fühlen“ möchte. Manchmal hilfreich ist, dies zu visualisieren und gefühlt „neu zu denken“.  Das Training für neue „Einstellung“ oder „Haltung“ kann man einfach mal ausprobieren, indem man mit seiner Smartphone-Kamera oder dem Fotoapparat einmal „neue Wege“ geht – nämlich dem des Offenheits-Trainings und dem Training für neue Perspektiven & Horizonte.

Versuch es doch einfach mal so: gehe auf ein Objekt (Haus, Tisch, alte Gegenstände, Baum, Gegenstand in der Natur oder Ähnliches) zu und betrachte es erst einmal ohne gleich auf den Auslöser zu drücken. Nimm Dir Zeit dafür. In der Fotografie gibt es auch eine sogenannte Ein-Drittel-/Zwei-Drittel-Regel, die dann auch noch zusätzlich schöne Bilder entstehen lässt. Das aber erst einmal nebenbei bemerkt und als Trainings-Voraussetzug nicht relevant.

Betrachte also das Objekt Deiner Wahl und gehe um es herum. Bei einem Haus geht das Drumherum-Gehen oftmals nicht, aber veränderte Perspektiven oder Horizonte kann man dennoch herausfinden. Es geht bei diesem Training erst einmal nur um das Ausprobieren und um das Verändern von Perspektiven.

Wenn Du also verschiedene Perspektiven erst einmal gegangen bist, dann nimm Deine Kamera und versuche hier auch einmal, verschiedene Perspektiven ganz bewusst und langsam zu fokussieren und dann verschiedene Fotos zu machen. Wichtig dabei ist, es gibt kein Falsch oder Richtig und kein Schön oder Unschön. Es geht hier um das Trainieren, verschiedene Perspektiven (hier zunächst nur durch die Kamera) einzunehmen. Danach schaust Du Dir, sofern Du Lust dazu hast, die Bilder zuhause in Ruhe an. Manchmal hilfreich ist es, die Bilder dann über den Fernseher oder das Laptop noch einmal etwas größer zu betrachten. Was fällt Dir dabei auf? Gibt es Gefühle zu den Bildern? Bei welchen Bildern ist es Dir warm ums Herz und bei welchen kommt es Dir mulmig oder komisch vor? Egal welche Gefühle, nimm sie einfach nur wahr. Ohne zu bewerten, zu beurteilen oder groß zu kommentieren. Warum diese Anmerkung von mir? Wir sind tagtäglich selbst dabei, Dinge, Menschen, Sachverhalte zu bewerten oder von Menschen be-wertet und be-urteilt zu werden. Viele Menschen machen sich mit dieser Vorgehensweise aber ihr Leben unnötig schwer – sie kommen in eine Denk-Spirale negativer Energie, im schlimmsten Fall sogar zu Angst oder unnötigen Sorgen. Also, wie wenn sich die Katze selbst in den Schwanz beißt. Daher rate ich zu Offenheits-Training. Und wer sich kein Coaching oder Seminar leisten kann oder sich nicht traut, egal aus welchen Gründen, kann man es auch einfach mal ganz einfach ausprobieren, ob durch Fotografieren und Perspektiv-Wechsel bereits etwas verändern lässt im eigenen Denken und Handeln.

Das weitere Training ist, das öfters zu machen. Zu lernen, Bilder von ein und demselben Gegenstand aus unterschiedlichen Blickwinkeln und Perspektiven zu machen. Manchmal den Horizont am Himmel, sofern möglich, zu integrieren, jetzt beispielsweise mit der Ein-Drittel-/Zwei-Drittel-Regel. Dass Du dabei den Horizont auf Zwei-Drittel Deines Photos hast und Deinen Gegenstand (Baum, Landschaft, Haus oder Ähnliches) auf das untere Drittel platzierst. Wichtig wieder hier: Perfektionismus weglassen, es gibt nur die Freude am Ausprobieren und am Tun.

Was Du mit diesem Training womöglich auch erreichen kannst, ist eine neue Sichtweise auf die Dinge, Menschen, Sachverhalte. Es ist ein anderes Herangehen an Umgang mit Menschen und an das Leben im Allgemeinen. Denn was wir alle alltäglich erleben ist Be-WERTung, Be-URTEILung – und dies sind immer zutiefst subjektive, das heißt persönliche Meinungen, Wertungen, (Gering-)Schätzungen und eben immer steht dahinter eine HALT-ung: Menschen, die tolerant sind; Menschen, die nicht so tolerant sind; Menschen, die es brauchen, andere Menschen durch Gering-Schätzung fertigzumachen; Menschen, die andere Menschen motivieren und ermutigen wollen oder was auch immer. Die Entscheidung, etwas SO oder SO zu sehen, liegt immer an einem selbst.

Trainiere Du für DICH das Herangehen an Menschen, Situationen und Sachverhalte aus ANDEREN und UNTERSCHIEDLICHEN Blickwinkeln – das nennt man auch PERSPEKTIV-WECHSEL. Du kannst dies ganz einfach beginnen, zu üben, indem Du Dein Smartphone bewusst nutzt. Es als alltägliches Trainings-Mittel für Deinen Perspektiv-Wechsel und für eines zusätzlich nutzt: Deine persönliche Horizont-Erweiterung. Dies hilft manchmal, auch Antworten für Fragestellungen zu finden, die Du rein kognitiv, also mit dem Verstand allein, nicht hättest lösen können. Probier es – und geh‘ bewusst an die Sache ran. Und wie immer bei Training = Lernen gilt: Regelmäßigkeit hilft. Erst dann wird es zur Gewohnheit und zu einer Art von Automatismus. Wenn dabei dann mehr Offenheit, Toleranz und Flexibilität herauskommen – und vielleicht sogar auch immer bessere Fotos, was dann auch noch Deiner persönlichen Motivation und Freude dient? Warum nicht!

In Teil 2, der bald kommt, zeige ich dann, was man zusätzlich mit alten Dingen (laut Nr. 3 oben) machen kann, außer fotografieren – um für sich selbst Veränderung zu trainieren, was im weitesten Sinne auch „Innovation“ ist – ich nenne das gerne „persönliche Innovation“.


Bildnachweis: Rasenfoto/Fotolia, alle anderen Fotos, Photographics, Slogans/Sprüche © Sabine Hauswirth Germany

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