Bewusst leben und warum Fahrradfahren gut fürs Gehirn ist

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Immer wieder schreibe ich von Selbst-Management, Stress-Management und alltagstauglichen Übungen für Innovations-Denken, Flexibilität und Geschwindigkeit (IFG). Dabei finde ich es vor allem wichtig, alltagstaugliche Dinge in den Alltag oder in Trainings zu integrieren. Das geht nicht mit allen Dingen, manches gilt es wirklich erst zu lernen und dadurch zu „automatisieren“, wie das so schön heißt. Aber zumindest wenn es um Entschleunigung und einen klaren Kopf geht: da ist Fahrradfahren das beste alltagstaugliche Mittel schlechthin – im übrigen auch in Unternehmen machbar. Das Fahrradfahren kommt  bei mir ja immer schon vor: ich fotografiere leidenschaftlich gerne Fahrräder, schreibe immer wieder darüber, habe die Rückseite meines Briefpapieres mit einem Fahrrad geschmückt, radle selbst regelmäßig und habe schon lange auch kein Auto mehr –  und bisher habe ich noch nie darüber geschrieben, warum das Fahrrad sonst noch so wichtig ist in all meinen Themen.

Die einen vermuten, wahrscheinlich weil ich ein Öko-Freak bin, die anderen weil ich es halt einfach so mache. Irgendwie haben alle recht, aber der wirkliche Grund ist, weil Fahrradfahren ein ideales, alltagstaugliches Mittel ist, um sich, sein Gehirn, seinen Geist und seinen Körper fit zu halten. Ich nutze es regelmäßig als Pause von meiner Schreibtisch-Arbeit oder wenn mir nichts mehr einfällt, um neue Ideen zu bekommen und einfach mal wieder „durchzulüften“. Manchmal komme ich heim, und habe dann die Idee für eine meiner Grafiken für meine Coachings entwickelt – unterwegs beim Fahrradfahren.

Und Fahrradfahren ist für mich auch ein Thema im Rahmen von „Lebenslanges Arbeiten“ und wie dieses Szeanario positiv bewerkstelligt werden kann. Damit hält man sein Gehirn und seinen Körper wirklich fit und es ist ein einfaches Mittel ist, das sich 1. jeder leisten kann und 2. man es wirklich alltäglich nutzen kann. Ich schreibe schon immer wieder in diesem Blog darüber, dass Unternehmens-Fahrzeug-Flotten sich wirklich eine Fahrrad-Flotte zulegen sollten, um damit die Gesundheit und die Resilienz der eigenen Mitarbeiter auf sehr einfache Weise und das auch noch ohne Seminar zu fördern. Die einfachen Mittel sind meistens die besten. Es reichen 30 Minuten am Tag, um sein Gehirn so richtig zu stärken – seht hier die Gründe, warum das so ist.

Die Gründe fürs Fahrradfahren :

  1. Fahrradfahren regt das Denkvermögen und die Konzentrations-Fähigkeit an.
  2. Fahrradfahren stellt innere Balance her, weil durch die Körper-Balance beim Fahrradfahren das sich direkt auf unser Gehirn auswirkt.
  3. Fahrradfahren verbraucht Energie und ist somit auch ein sportliches Vergnügen, das die körperliche Fitness und die eigene Figur in Balance hält, zumindest wenn man es regelmäßig macht.
  4. Fahrradfahren schult die Aufmerksamkeit hinsichtlich ökologischer Kriterien – regelmäßiges Fahrradfahren ermöglicht eine Ausrichtung des Alltages, viel mehr mit öffentlichen Verkehrsmitteln als jeden Kilometer mit dem Auto zu fahren.
  5. Fahrradfahren schult die Aufmerksamkeit und Fokussierung – wer regelmäßig Fahrrad fährt, fördert auch seine Gedächtnisleistung: diese wird durch Wachstum  von Nervenzellen im Hippocampus (= unsere Gedächtniszentrale) erzeugt.
  6. Sport generell lässt uns vermehrt gute Gefühle entwickeln – auch das kommt aus unserem Gehirn und deshalb ist ohne Bewegung auch Wohlbefinden oder Glücksgefühle schwerer zu bewirken. Es sind meistens die einfachen Dinge, die übersehen werden – und ein Fahrrad hat fast jeder zuhause. Glückshormone durchs Fahrradfahren – was kann einfacher sein?
  7. Radfahren findet im Freien statt – Natur wird immer noch unterschätzt . Doch das natürliche Licht-Doping ist ein weiteres Hilfsmittel, um sich in Schwung zu bringen und zu entschleunigen. Also kommt zur Bewegung hier noch ein weiterer Faktor dazu, der fürs Radeln spricht.
  8. die Verbindungen der neuronalen Netzwerke werden stärker und ausbalancierter – dadurch wird wie bei allen Cross-Over-Tätigkeiten, die nicht nur mit Denken zu tun haben, eine stärkere Merk- und Planungsfähigkeit bewirkt. Wer dann noch mehr in dem Bereich macht, auch handwerklicher Art, sich auch immer mehr den Dingen in seinem Leben widmet, die mit freiem Willen zu tun haben, dem wird so schnell keiner mehr etwas vormachen. Und: so trainiert man Innovations-Denken.

Auch wenn manche komisch schauen – selbst im Business-Dress kann man ein paar Runden drehen. Man sollte sich einfach mal nicht darum scheren, was immer die Anderen dazu sagen oder denken könnten – schließlich ist es die eigene Gesundheit und Fitness, die man befördert.

Wer mehr über Gehirn & Gedächtnisleistung lesen mag, auch eine schöne Infografik zu den Auswirkungen von Radeln auf Gehirn & Geist, der findet in der aktuellen Ausgabe von Gehirn & Geist Nr. 5/2017 nicht nur eine schöne Infografik zum Radeln (Seite 56 ff.), sondern auch einen zusätzlichen Artikel über neueste Erkenntnisse der Neurowissenschaft im Bereich der Gedächtnis-Leistung.

In diesem Sinne – der 1. Mai als Feiertag steht vor der Tür mit einem verlängerten Wochenende – das wäre die Möglichkeit, sich aufs Rad zu schwingen, die Balance zu stärken und damit zugleich Entschleunigung, Gedächtnis und Konzentration. Viel Spaß!


Bildnachweis: Titelfoto, weitere Fotos ©Sabine Hauswirth Germany

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