Die Astronautin (editiert)

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SPONSORED   Gestern, am 1. März 2017 war ich als Bloggerin  von meinem Blogger-Pool eingeladen zu einer Veranstaltung, die im Airbus-Gelände in Bremen stattfand, die mein Herz als Frau, Unternehmerin, Mutter und Querdenkerin gleich doppelt hat schlagen lassen: das Projekt „Die Astronautin“ stellte gestern die sechs Teilnehmerinnen vor, aus der dann bis 2020 die erste deutsche Frau als Astronautin hervorgehen soll. Es waren zahlreiche Pressevertreter, Vertreter aus Wirtschaft und Politik sowie Gäste aus unterschiedlichsten Bereichen der Gesellschaft  mit dabei.

Was mich besonders beeindruckte – die Selbstverständlichkeit, wie diese jungen Frauen ihren Beruf und ihr Ziel verfolgen. Ohne Arroganz, ohne Zimperlichkeit oder gar Zickigkeit und Konkurrenz-Denken, sondern vollkommen natürlich. Ich habe mit ihnen ausführlich sprechen können und alle hatten unabhängig von ihrer jeweiligen Individualität Eines gemeinsam: sie ermuntern Frauen, auf sich und ihre Stärken zu bauen.

Was allen sechs Astronautinnen außerdem gemeinsam ist – sie leben ihren Traum aus ihrer Kindheit: jede von ihnen träumte davon, einmal Astronautin oder zumindest mit der Raumfahrt und dem Kosmos zu tun zu haben. Und davon, die Erde einmal von oben sehen zu können. Mit Hilfe dieses Projektes „Die Astronautin“, das allerdings nur in Realität umgesetzt werden kann, wenn das erforderliche gespendete Geld dafür zusammenkommt (Crowdfunding-Projekt bei startnext), wird eine der sechs Teilnehmerinnen die erste deutsche Astronautin sein, die auf eine zehntägige wissenschaftliche Mission zur Internationalen Raumstation (ISS) entsendet werden wird.

Ein paar kurze Eckdaten zum Projekt „Die Astronautin“:

  • „Die Astronautin“ ist eine private Initiative, die im Marz 2016 von Claudia Kessler, CEO von HE Space, einem Bremer Personaldienstleister für hochqualifizierte Fachkräfte in der Raumfahrt ins Leben gerufen wurde 
  • Mit dem Projekt „Die Astronautin“ soll bis 2020 die erste deutsche Frau auf eine zehntägige wissenschaftliche Mission zur Internationalen Raumstation (ISS) entsendet werden
  • Finanziert wird das Projekt von privaten Sponsoren und einer Crowdfunding Kampagne, die Anfang März 2017 gestartet ist
  • Nach einem erfolgreichen Bewerbungsauftakt mit über 400 Bewerbungen aus ganz Deutschland erlebte das Projekt Mitte September 2016 bei einem öffentlichen Presseevent in Berlin eine enorme Medienpräsenz.

Was das Projekt auszeichnet: 

  • Elf deutsche Männer waren bisher im Weltall, aber noch keine Frau
  • Mit der Initiative wird ein erstes Zeichen in der deutschen und weiblichen Raumfahrtgeschichte gesetzt
  • Das Astronautin Team besteht aus freiwilligen Helfern, darunter auch einigen Raumfahrtexperten

Genaus deshalb habe ich mich auch für diese Blogger-Kampagne beworben gehabt über meinen Blogger-Pool: weil ich die Möglichkeit, in Deutschland schnell alte Rollenklischees von Frauen zu verändern, fast ausschließlich über privat finanzierte  Kampagnen sehe. Sei es aus der Wirtschaft oder über gemeinnützige Vereine oder sonstiger Rechtsformen. Wer etwas bewirken möchte, braucht Mut, Geld, den oder die richtigen starken Kooperations-Partner, Einfluss und den richtigen Zeitpunkt. Dieses Projekt ist eine private Initiative, die sich entsprechend starke Partner gesucht hat. Und das ohne die entsprechende finanzielle Grundlage nicht realisiert werden kann.


Was mich außerdem beeindruckte – all diese Frauen haben ihr Talent und ihr Potenzial umgesetzt und sich auch durch eine männerdominierte Umgebung nicht davon abhalten lassen, ihr Ziel „Luft- und Raumfahrt“ umzusetzen. Und sie sind nicht nur Wissenschaftlerinnen, Forscherinnen, Ingenieurinnen – sie sind auch kreativ und sportlich. Bewegung und kreative Hobbies gehören daher auch zu ihrem Alltag. Wenn sie gefragt werden, wie sie das alles stemmen, denn ein paar davon haben auch schon Kinder – sie setzen Prioritäten.

Genauso stelle ich mir vor, wie Frauen-Berufs-Bilder und Frauen-Rollen einmal ausschauen sollen – selbstverständlich, natürlich, fröhlich, talentiert, neugierig, mutig, weiblich und selbstbewusst. Dabei ist es unerheblich, ob es die Akademikerin ist oder die Frau, die aus ihren Back-Künsten ein kleines Geschäft aufgebaut hat. Es geht darum, die eigene Vielfalt zu leben und mutig dazu zu stehen. Die eine steht mit ihrem Mann auf Augenhöhe, die Andere alleine oder in welcher Konstellation auch immer – Voraussetzung immer ist die eigene Selbstbestimmung jenseits tradierter Frauen-Rollen, die einfach übernommen wurden, weil es keine Alternative gab. Ich bin da auch nicht blind – denn es gibt nun mal unterschiedliche Start-Voraussetzungen im Leben: es gibt bei jedem unterschiedliche systemische Einflüsse. Und nicht jeder und jede hat Eltern, die entsprechend auch das Talent ihrer Kinder fördern. Das muss es aber auch nicht – es reicht schon, wenn man Kinder lässt. Raus in die Natur, ent-decken, be-greifen, bauen, lernen und Sport machen lassen- dazu braucht es weder Geld noch sonstwas. Aber logischerweise die Rahmenbedingungen für Mütter und Väter, dass man das auch tun kann.

„Der Antrieb muss die Neugier, der Forschergeist sein – wir ALLE wurden als ForscherInnen geboren. Dumm werden wir nur gemacht. Und Dummheit kann eine Wirtschaft und Gesellschaft, die an Zukunft denkt, nicht brauchen.“ Das ist mein Credo. Und Innovation benötigt Kreativität und Bewegung, was jeder Mensch entwickeln kann. JEDE und JEDER.

Und deshalb unterstütze ich diese Initiative: weil wir Vorbilder einer neuen Richtung brauchen, die Frauen wirklich ermutigen, zu sich selbst zu stehen. Die Macht als Selbst-Macht verstehen und nicht als Macht über Andere. Die in ihrem Leben sich selbst verwirklichen wollen, aber auch ihren Teil für die Gesellschaft beitragen wollen.

So ist Insa Thiese Eich Meteorologin und Grundlagenforscherin für Wetter- und Klimavorhersagen. Sie will auch Vorbild sein als Wissenschaftlerin, etwas für den Klimaschutz tun. „Der Mensch ist ein Forscher und Abenteurer und das macht Mensch-Sein aus“, so Insa gestern in Bremen. Suzanna Randall als Astrophysikerin möchte ein Zeichen setzen, dass es möglich ist für „ganz normale Frauen, Astronautin zu werden“. Und sie möchte unbedingt, dass die Frauen aller gesellschaftlicher und beruflicher Bereiche in unserer Gesellschaft repräsentiert gehören. Dies solle, wenn es nach ihr ginge, selbstverständlich sein. Und dass man auch, so wie Suzanna, verbunden mit der Natur und mit den Hobbies Gleitschirmfliegen und Singen im Chor, dann eben Prioritäten setzen müsse. Alles gleichzeitig gehe halt nicht. Für Magdalena Pree,  Luft- und Raumfahrttechnikerin, ist emotionales Entdeckertum ein Antrieb und Astronautin zu werden, wie für ihre anderen Kolleginnen, ein Kindheitstraum. Karate seit ihrem 6. Lebensjahr ist ihr ein wichtiger Ausgleich zum Alltag, für Gelassenheit und Runterkommen. Die promovierte Raumfahrttechnikerin Susanne Peters beschreibt interessanterweise Mensch-Sein als „pure Neugier und Entdeckergeist“, was Roboter niemals könnten, genausowenig wie „fühlen, träumen“. Ihr Spezial-Interessengebiet als Raumfahrttechnikerin gilt der Entfernung des Weltraumschrotts. Dass es zuwenig Frauen im MINT-Bereich gäbe, bedauert sie zutiefst. Aber das könne sich ja vielleicht endlich ändern, wenn sie alle hier einen Beitrag dazu leisten könnten, mehr Bewusstsein dafür zu schaffen, dass MINT so viel Spaß machen könne. Und dass alles Andere dabei nicht auf der Strecke bleiben muss, zeigt auch sie: ihr gibt Taekwondo in ihrer Freizeit unheimlich viel Mehrwert und Freude: Toleranz, Geduld, Disziplin, Durchhaltevermögen und Willenskraft. Für Lisa Marie Haas als promovierte Physikerin ist Deutschland das „Land der Wissenschaftler und Ingenieure“, wo weibliche Vorbilder fehlten. Sie hat als Kind schon gerne geforscht und auch bei „Jugend Forscht“ mitgemacht. Für sie bedeutet das Projekt „Die Astronautin“ nicht nur die Erfüllung eines Kindheitstraumes, sondern auch eine Symbolwirkung: „Wenn Vorbilder fehlen, fehlt der Nachwuchs“. Ihr geben ihre zwei Kinder ganz viel, und ihre Leidenschaft für Skitouren, alpines Klettern und Sportklettern. Damit lerne man die eigenen Grenzen kennen, Risiko richtig einzuschätzen und Entscheidungen zu treffen. Nicola Baumann ist Eurofighter-Pilotin bei der Bundeswehr. Auch sie wollte seit ihrer Kindheit Astronautin und Pilotin werden. Ihre Ausbildung zur Kampfflugzeugführerin in den USA hat sie mit Geschwindigkeit vertraut gemacht – und ihre Botschaft für Mädchen und Jungen ist, sich niemals Grenzen im Kopf zu setzen.

Und dass es nicht erst irgenwann, eines Tages in der Zukunft von gefühlten 185 Jahren später, möglich sein wird, dass jede Frau den eigenen Traum leben kann und nicht ständig daran gehindert wird, auch mangels echter, vielfältiger Vorbilder. Am Beispiel der aktuellen VOICE KIDS-Staffel sieht man die Träume der Jungs und Mädchen, hier beispielhaft die 8-jährige Neha, die auch, wie die oben genannten Kandidatinnen sowie die Initiatorin des Projekts, HE-Space CEO Claudia Kessler, davon träum(t)en, Astronautin zu werden:

Dieser Wunsch nach Vielfalt und nach Ausleben ihrer Talente haben Kinder schon früh – sie wissen bereits mit 8 Jahren sehr genau, was sie wollen und was sie glücklich macht. So ist es auch nicht verwunderlich, wenn eine 8-Jährige nicht nur singen  und die Welt rocken mag, sondern auch ins Weltall als Astronautin möchte. Diese kreative Seite und analytische Seite ist in uns angelegt und will gelebt werden. Und Mensch-Sein ist, sich mit Höhen und Tiefen zu beschäftigen, sich den eigenen Wunden und Verletzungen zu stellen, durchzugehen und dadurch erst zum Menschen zu werden.
Mit Kreativität, Bewegung und dem Ausleben des eigenen Potenzials geht das leichter.

Vielleicht sagen wir eines Tages, und hoffentlich schon 2020, eine der Kandidatinnen war auf der ISS und hat von dort aus auch die Welt gerockt. Dann können wir eines Tages neben Rihanna und deren coolen Song für Star Trek 3 vielleicht einmal eine weibliche ISS-Besetzung sehen, die Kreativität mit analytischem Sachverstand vereint: die dort mit ihrem ganzen Wissen, ihrem Forschergeist innovative Erkenntnisse für uns Menschen gewinnen und uns zusätzlich sogar auch mit einem coolen Song beglückt, weil sie daran einfach kreativen Spaß haben und das ganz leicht nebenbei gelingt – denn dass sie Wissenschaftlerinnen, Ingenieurinnen, Astronominnen, Physikerinnen, Pilotinnen sind, das hatten sie zuvor im Auswahlverfahren ja zur Genüge beweisen müssen.

Als eine erste kritische Stimmen im Netz, die ich gefunden habe,  ist die einer Bloggerin, die das Projekt „Die Astronautin“ „verwirrt“ und dass das ja nicht mit richtigen Dingen zugehen könne, weil das ja eine private Inititative sei. Und dass das auch noch von einer Unternehmerin ausginge,  und  mit lauter Unternehmen als Kooperationspartner. Und dass die ESA nicht das Auswahlverfahren gemacht habe, usw. Aber das sehe ich überhaupt nicht problematisch. Im Gegenteil. Denn wer sagt, ob eine solche Initiative es dann mit der entsprechenden Dynamik in der kurzen Zeit an die Öffentlichkeit geschafft hätte? Eine starke Wirtschaft als Kooperationspartner macht eine Initiative deshalb nicht schlecht, nur weniger staatlich.  Und welch schönes Ziel, wenn dann sogar die ISS das Ziel ist, also die Internationale Raumstation? Super! Und wenn ich das Ziel der Frauenförderung damit schneller ans Ziel bringen kann, indem damit weibliche Rollen-Vorbilder schneller geschaffen werden,(wir können keine 170 Jahre auf Gender Equity warten, so lange dauert die laut World Economic Forum offensichtlich – bis dahin haben  Unternehmen & Gesellschaft keine Zeit)  auch schon alleine durch die erhöhte Aufmerksamkeit, dann ist doch folgendes Ziel erfolgreich installiert: dass Frauen, die ihre Weiblichkeit leben, nicht mehr Angst davor haben müssen, zugleich ihre Intelligenz zu zeigen.

Um solche oder andere ähnliche Kampagnen zu bewirken, die ein Ziel haben, das schneller umgesetzt werden soll, sehe ich folgende Möglichkeiten:

  • Stiftungen,
  • starke (Pionier-)Unternehmen,
  • starke Wirtschafts-Menschen,
  • NGO’s,
  • mutige Influencer
  • und sicher Andere, die mir hier (noch) nicht eingefallen sind.

 

Ein paar Medien-Berichte zum Projekt „Die Astronautin“ von heute und gestern, 1. und 2. März 2017, möchte ich hier auch noch kurz vorstellen:

Und hier auch noch der Facebook-Link zur Astronautin: https://www.facebook.com/DieAstronautin/ sowie zum Twitter-Account https://twitter.com/DieAstronautin

Ich wünsche Euch allen, liebe Astronautinnen, viel Erfolg – und eine gute Mission!

 


Bildnachweis: alle Bilder und Photographics © Sabine Hauswirth (Erlaubnis per Akkreditierung vor der Veranstaltung über den Blogger-Pool Trusted Blogs GmbH erfolgt sowie vor Ort in den Räumen der Veranstaltung bei Airbus), Twitterfeeds by Twitter
Transparency: Sponsored Post (Fahrtkosten-Ersatz von der Veranstalterin und Organisatorin, Claudia Kessler, CEO von HE Space, einem Bremer Personaldienstleister, der über den Blogger-Pool eine Blogger-Kampagne startete und dazu einlud)


Nachtrag zu diesem Blog-Beitrag am 22. Jan. 2018, 1. Februar 2018 , 31. Mai 2018 und 29. Juni 2018:

Aus einer aktuellen Pressemeldung ist zu entnehmen, dass die Siegerin des Kandidatinnen-Wettbewerbs im Dezember 2018 aus dem Astronautinnen-Training ausgestiegen ist.  Auch ich kann mich heute von dem Projekt als Privatinitiative nicht mehr begeistern und distanziere mich dazu, weil mittlerweile vollkommen fraglich ist, welche Motivation dahinter steht.

Ich habe auch aus diesem Grund im Februar 2018 meine knapp einjährige Testphase rund um das Thema Sponsored Content aufgegeben, weil ich Sponsored Blogging mittlerweile sehr kritisch betrachte. Ich distanziere mich deshalb auch zu den anderen 3 Blog-Posts, die ich über meinen damaligen Blogger-Pool vermittelt bekam, die vor allem Produkt-Tests betrafen – und habe diese deshalb vollständig gelöscht.

(C) HALTUNG, ArtGraphic by Sabine Hauswirth, Juni 2018

4 Kommentare auch kommentieren

  1. Ute Gerhardt sagt:

    Da haben Sie meine „kritische Stimme“ aber nicht korrekt zusammengefasst. Ich verlinke das hier mal der Einfachheit halber und verweise nicht nur auf den Text an sich, sondern auch auf die Kommentare, denn da kommt noch viel mehr zum Vorschein. http://scilogs.spektrum.de/leaving-orbit/die-astronautin-ich-bin-verwirrt/

    Ich habe übrigens nie gesagt, dass eine Privatinitiative in der Raumfahrt per se nicht mit rechten Dingen zugehen könne. Da hat uns SpaceX längst eines Besseren belehrt. Ich sage aber durchaus und immer noch, dass „Die Astronautin“ nicht transparent genug ist.

    1. Sabine sagt:

      Hallo Frau Gerhardt, alles klar – ich habe das einfach anders gelesen. Aber Vielfalt in der Diskussion ist ja gut und deshalb danke für Ihren Kommentar. Und einen schönen Abend noch!

  2. Eddy sagt:

    Hallo Sabine,

    vielen lieben Dank für diese ebenso tolle wie umfangreiche Zusammenfassung eines spannenden Tages, an den wir sicher noch lange denken werden.

    Ich habe mich sehr gefreut, Dich bei dieser Gelegenheit kennenlernen zu dürfen!

    Viele Grüße aus Bremen,
    Eddy

    1. Sabine sagt:

      Hallo Eddy, ja – es war wunderbar, spannend, inspirierend. Und ein guter Weg in die Zukunft. GENAU das wird uns ALLEN weiterhelfen – Männer und Frauen auf Augenhöhe begegnen sich. Wenn Frauen ihre Weiblichkeit PLUS Intelligenz leben dürfen. Dann kommen Vorbilder endlich zum Vorschein, die es bisher so kaum gibt. Physikerinnen, die auch Models oder Trainerinnen oder Life Coaches sein könnten – oder aber eben ASTRONAUTIN. Und mit SOLCHEN Vorbildern trauen sich dann auch viele Frauen in die Naturwissenschaften – die so viel geben als Erklärungen fürs Leben.

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