Lebenslanges Arbeiten möglich machen

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Die Zeiten haben sich verändert und sie ändern sich auch immer schneller. Das muss einen nicht beunruhigen, gut ist es aber, wenn man sich einfach darauf flexibel einstellen kann.

In mehreren Blog-Beiträgen bin ich auf unterschiedliche Berechnungen von Renten eingegangen, sprich: wieviel Geld benötigt man heute, um im Alter den gewohnten Lebensstandard zu erhalten. Oder alternativ: wieviel muss man einmal investieren, um kurzfristig den Lebensstandard im Alter zu finanzieren. Da gibt es unterschiedliche Optionen, Fakt ist – Alter will finanziert sein. Das kann man drehen und wenden wie man will.

Die Tendenz in den sogenannten Versorgungslücken-Berechnungen, also dem, was noch fehlt für die Aufrechterhaltung des gewohnten Lebensstandards im Alter, zeigt immer mehr, dass der gewohnte Lebensstandard im Alter so nicht mehr finanzierbar ist. Auch hier möchte ich ausdrücklich darauf hinweisen, dass das eine Tendenz ist und meines Erachtens zunehmend. Auch das muss nicht entmutigen und führt außerdem zu keinen Lösungen. Mein Ziel ist, Lösungen zu zeigen.

Diejenigen, die genügend Vermögen haben, um im Alter von Erspartem, Vermögen und gesetzlicher Rente zu leben, können jetzt weghören oder brauchen auch nicht weiterlesen. Vielleicht besteht dennoch Interesse, weil es geht hier ja auch nicht nur um Geld und das Leben im Alter.

Mein Ansatz ist der:

  1. wenn wir lebenslanges Arbeiten haben, egal ob wir das wollen, weil es einfach Spaß macht oder weil es erforderlich ist, dann brauchen wir die Rahmenbedingungen oder eben die Voraussetzungen dazu.
  2. früher war es so, dass es einen ganz klar definierten Abschnitt „Rente“ gab. Den wird es zukünftig so nicht mehr geben, da für viele Menschen es ein Arbeiten neben der Rente geben wird. Mögliche Gründe:  (a) Versorgungslücke nicht gedeckt oder b) Selbstverwirklichung / Sinnhaftigkeit / Ehrenamt / Spaß uva. Möglichkeiten
  3. Lebenslanges Arbeiten benötigt Gesundheit, klaren Verstand/Geist, Wissen durch lebenslanges Lernen, Pausen für Regeneration, andere Definition von Arbeit, Stressmanagement, Resilienz, ökonomisches Wissen für ständig notwendige Finanz-Entscheidungen (auch langfristige wie z.B. Altersvorsorge, Immobilienerwerb usw.)
  4. Immer mehr Reizüberflutung, Digitaler Stress und sonstiger Dauer-Stress sind nachweislich in der Hirnforschung ein hohes Risiko für Fehlerhäufigkeit, Chaos, Verwirrung oder Burnout und vieles anderes mehr, das den Alltag letztendlich nicht mehr gut bewältigen lässt.
  5. Digitaler Stress kommt als Dauerbelastung zunehmend hinzu: kein Tag, keine Stunde, keine Minute ohne Smartphone-, Email-, Fernseh-Konsum. Prof. Spitzer belegt in seinem Buch „Digitale Demenz“ sehr eindrücklich die Folgen dessen, insbesondere auch die Auswirkungen auf die nachfolgende Generation. Kurz gefasst: unsere Gehirne verändern sich dadurch. Die Fähigkeiten, die früher dazu geführt haben, dass unsere Gehirne (unsere neuronalen Netzwerke, die u.a. für Konzentration, Gedächtnis, Angstbewältigung und vieles mehr befähigen) ständig restrukturiert und erneuert wurden (Bewegung, Naturerfahrung, Handwerk, Kreativität, Fingerspiele, Malen und so viele andere Dinge, die unsere rechte Gehirnhälfte bedienen) werden immer weniger erlernt, alltäglich erfahren oder kommen in der Freizeit oft gar nicht mehr zum Tragen wegen Überlastung, fehlender Zeit oder aber einfach auch nur aus Bequemlichkeit.
  6. Wenn Lebenslanges Arbeiten ein Szenario ist, dann brauchen wir einen gesunden Körper, einen gesunden Geist und die notwendigen Skills und das Wissen darum, wie das geht. Und Zeiten für Regeneration – also Pausen, anstatt Dauer-Funktionieren, Dauer-Brennen oder wie auch immer wir das formulieren mögen.
  7. ich habe ein Schaubild gemacht, das kurz und bündig die Phasen unserer zukünftigen Lebensphasen darstellt.Life Management & Life Design
  8. Auf unser sogenanntes limbisches System, Teil unserer rechten Gehirnhälfte wirken all diese Stressoren wie Digitaler Stress und Dauer-Funktionieren und können sich als Dauer-Stress bemerkbar machen. In der Folge Verwirrung des Verstandes (Kognition, linke Hirnhälfte) in Form von Fehlerhäufigkeit und im Worst Case Chaos und ähnliche negative Folgen. Dass dies nicht nur für Unternehmen, sondern auch für die Einzelpersonen selbst schwerwiegende Folgen haben kann, können wir uns vielleicht vorstellen. Oft hat dies auch ökonomische Folgen: sowohl für Unternehmen betriebswirtschaftlich gesehen, wenn sehr viele Fehler gemacht werden, oder aber wenn Mitarbeiter nicht entsprechend ihren Talenten eingesetzt werden. Aber auch für die Einzelperson selbst – denn aus der Hirnforschung ist bekannt: langfristige Entscheidungen, also zukunftsgerichtete Entscheidungen, werden immer über das sogenannte kühle System, unseren Verstand, getroffen. Wir können uns vielleicht vorstellen, dass wenn wir „dauererhitzt“ arbeiten,  durch Dauerstress der Verstand beeinträchtigt oder gar ausgeschaltet wird, dass dies nicht nur volkswirtschaftliche, sondern die Einzelperson betreffende langfristige Folgen haben kann. Kluge Entscheidungen im Bereich von Zukunftsplanung wie z.B. Altersvorsorge, Berufswahl oder sonstige langfristige Planungen werden dann einfach fehlerhaft oder gar nicht entschieden. Wenn dann noch das Szenario „Lebenslanges Arbeiten“ kommt, können wir uns ungefähr ausmalen, was geschieht, wenn nicht kluge Strategien auch in Unternehmen getroffen werden für die Herstellung der Balance von Mitarbeitern. Kreativität, Be-Greifen, Fühlen- also all unsere Sinne, die zumindest in fast ausschließlich kopflastigen Berufen nicht mehr beansprucht werden, sollten zwingend in Unternehmen als Standards von Mitarbeitergesundheitsprogrammen eingeführt werden. Denn kreatives Tun (also Arbeiten mit den Händen und andere musische Tätigkeiten) sowie gezielte Bewegungsübungen (ich habe Kinetikübungen in der Natur entwickelt),  dienen der sogenannten Neurogenese – der Neubildung von Gehirnzellen. Und die ist bedeutend in der Stressabwehr und dient sogar als Panikbremse. Digitale Medien verhindern, wenn der Konsum nicht sinnvoll ist, zumindest langfristig der Neurogenese. Unternehmen müssten also alle ein Interesse haben an einem betriebstauglichen Einsatz von der Neurogenese dienlichen Möglichkeiten. Gleichzeitig dient die Neurogenese auch in der Prävention von typischen Alterserscheinungen wie Demenz, Alzheimer. Wir müssten also als Einzelpersonen wie als Unternehmen ein hohes Interesse haben, uns mit dem Thema „Stressdiät“, wie ich das in meinem Buch „Glück ist Knäckebrot“ beschrieben habe, zu befassen. Ich selbst schaffe schon immer Ausgleich durch kreatives Tun und Bewegung. Und mittlerweile habe ich daraus sogar mein Geschäftsmodell geschaffen.
  9. Zunehmende Angst, auch durch viele Unsicherheiten verstärkt, wird vor allem Lösungen brauchen, damit umzugehen. Es kann nicht sein, dass ganzheitliche Ansätze erst gebracht werden, wenn Menschen in Behandlung oder Therapie sind. Es kann im Prinzip allein durch die alltagstaugliche Integration von ein paar Komponenten bereits präventiv etwas gegen Stress oder gar Angst gemacht werden. Angst ist auch durch Finanz- und Schuldenkrise verstärkt worden. Dennoch bin ich hier aus meiner langjährigen Berufserfahrung wissend, dass das Thema Existenzangst überhaupt nichts mit dem Geldbeutel oder der Höhe des Vermögens zu tun hat. Dennoch: (Existenz)Angst nimmt zu, auch angesichts der noch nicht wirklich absehbaren Folgen der Geldpolitik. Und wenn wir die Auswirkungen des zunehmenden (falschen) digitalen Konsums auf die Neurogenese haben und damit auf die Wirkung als Angst- und Panikbremse sowie zur Stressbewältigung, dann könnte hier sehr viel mehr gemacht werden, um auch zukünftige Verstärkung von Krisen besser zu bewältigen. Also plädiere ich hier auch wieder für Ausgleichs- und Reduktionsstrategien. Im Bereich der Kinetik/Bewegung gibt es hervorragende Übungen, die der Entschleunigung und besseren Synchronisation beider Gehirnhälften dienen, was wiederum der Neurogenese hilft. Ich bin Radikal-Pragmatikerin und Optimistin in einer Person – das Wichtigste ist immer Vertrauen. Vertrauen, dass es IMMER gut weitergeht. Und dass IMMER Lösungen und Chancen gibt. Ich hoffe, mit meiner Arbeit einen gewissen Beitrag für Lösungen und Chancen zu leisten.
  10. Es gibt auch den Ansatz, dass der Lebensstandard im Alter gesenkt wird oder im Laufe des Erwerbslebens schon gar nicht so hoch gehyped wird. Diese sogenannte „hedonistische Tretmühle“ will ja auch immer bedient werden und erfordert dadurch erst ja auch sehr viel Arbeiten / Geld VER-Dienen usw. um das alles zu bezahlen. Dies sei nicht zu verwechseln mit Armutsdenken oder Opferhaltung, ganz im Gegenteil: Reduktion kann eine bewusste Entscheidung sein. Und macht in vielen Fällen sicherlich auch Sinn. Dass dies nur eine von mehreren Möglichkeiten ist, sage ich ausdrücklich. Denn es gibt nicht nur DIE EINE Lösung. Aber Impulse. Die es sicherlich wert sind, dass darüber zumindest einmal nachgedacht wird.
  11. Ein weiterer Ansatz  von mir ist ein weiterer reduktiver Vorschlag: die Ausbildung für Mitarbeiter oder Privatpersonen, um das Wissen um die Voraussetzungen für lebenslanges, gesundes Arbeiten zu schaffen. Dabei geht es auch ganz bewusst um das Nutzen der Möglichkeiten, die das limbische System bzw. unsere rechte Gehirnhälfte entspannen lässt: Bewegung, Kreativität, Natur. Aber eben nicht nur. Sondern um das bewusste Einsetzen der jedem Menschen individuell zugänglichen Ressourcen und das Wissen darum. Dieses sogenannte ressourcenorientierte Selbstmanagement, das Maja Storch sehr gut umgesetzt hat, wird bei mir um das ökonomische Wissen ergänzt: also das Wissen um kluge Entscheidungen im Bereich der eigenen Finanzen und der Altersvorsorge-Planung.
  12. Die aktuelle politische Diskussion um das Thema „Rente“ zeigt einmal mehr, wie wenig Transparenz um das Thema der finanziellen Machbarkeit herrscht. Anstatt dessen wird wieder einmal mehr Symbolpolitik betrieben. Ich plädiere seit langem für eine Offenlegung der Finanzierbarkeit der gesetzlichen Renten sowie der Pensionen von Beamten und Politikern. Aber das steht auf einem anderen Blatt. Mein Ansatz geht in den Ansatz der Selbstbestimmung: und der heißt – Altersvorsorge ist Gesundheit, Lebenslanges Lernen, Finanzen. Mein Drei-Säulen-Modell beruht auf dem Szenario, dass Lebenslanges Arbeiten möglich und machbar ist. Und zwar nicht rein aus MUSS, sondern dass Arbeiten im Alter auch Sinn machen kann und nicht nur der Sicherung des Lebensstandards dient.
  13. Demographie-Faktor, fehlendes Wachstum und einiges mehr machen aber zukünftig in vielen anderen Bereichen von Wirtschaft und Gesellschaft das Nachdenken über Wachstumsprogramme erforderlich. Lebenslanges Arbeiten könnte ein Bestandteil davon sein – denn talentierte, hochmotivierte 60+-Leute können Innovation, die immer mehr erforderlich ist, oft besser leisten, weil sie langjährige Berufserfahrung haben. Aber auch die Neurogenese kommt hier wieder zum Tragen: Neurogenese ist nicht nur ein Anti-Stress-Faktor, sondern je mehr und je anhaltender neuronale Netzwerke gebildet werden, umso schneller und besser lernt der Mensch. Insoweit ist Neurogenese auch ein wichtiger Faktor für meine Lieblings-Themen IFG (Innoation -Flexibilität- Geschwindigkeit), allesamt Faktoren,  die aufgrund sich immer schneller sich verändernder Verhältnisse immer mehr als Skills erforderlich werden.  Die schnellere Anpassungs-und Veränderungsbereitschaft, die schnellere Umsetzung von Projekten oder Ideen:  all dies kann durch ganzheitliches Lernen, das der Neurogenese dient, fördern.Dafür steht mein Programm DESIGN YOURSELF CONCEPTS.

Zukunft Gestalten - Design Yourself

Meine Bücher, die ich hierzugeschrieben habe, sind

  • „Glück ist Knäckebrot“ – hier beschreibe ich sehr ausführlich die Auswirkungen von Stress, auch digitalem Stress, und zeige Möglichkeiten auf, wie man daraus entkommen kann
  • „Rasenwache“ – hier beschreibe ich die möglichen Folgen der Finanz- und Schuldenkrise, zunehmende Krisenherde weltweit, und die langfristigen Auswirkungen durch Angst, auch unter dem Einfluss zunehmenden digitalen Konsums, wenn nicht ganzheitlich Körper, Geist, Seele durch alltagstaugliche Methoden entlastet und werden
  • „Nö. Und Du auch. Ach so. Na dann.“ – hier schreibe ich über die Kommunikation im digitalen Zeitalter, die Auswirkungen auf unsere Bindungsfähigkeit und soziales Verhalten, sowie auf mögliche Fehlentscheidungen im langfristigen Bereich, insbesondere der Zukunftssicherung.

Alle Bücher sind als e-book bei amazon erhältlich, da ich auf Papier verzichte und ich damit auch Zeichen setzen möchte für sinnvollen Umgang mit digitalem Konsum.

Titelblatt-NÖ.-WEBCover-WEBSEITE

Rasenwache Buch Sabine Hauswirth

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