Lebenszeit gestalten

Mitarbeiterbindung ist in aller Munde. Und es gibt unterschiedliche Konzepte dafür. Jedes Unternehmen ist unterschiedlich und so unterschiedlich sollten auch die Mitarbeiterbindungs-Programme sein. Ohne diese Programme, egal wie klein diese sind, wird es zukünftig nicht mehr gehen. Die Demographie-Struktur lässt einerseits den Nachwuchs nicht mehr in der bisher gewohnten Anzahl einfach so aussuchen – die großen Player am Markt werden sich aber die Besten und die Talentiertesten immer holen. Wer auch im Kleinen mithalten mag, benötigt nicht große Programme, aber doch Themen, die junge Menschen, aber auch immer mehr ältere Mitarbeiter, ans Unternehmen binden. Wenn meine Theorie eintreten wird, dass wir weit über das bisher gesetzte Renteneintrittsalter von 67 Jahren hinaus arbeiten werden, dann benötigt es smarte Ideen und Konzepte, die Lebenszeit = Lebens-Arbeits-Zeit gut gestalten lässt – jenseits einer Dauertretmühle.

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Zuallererst ist Wert-Schätzung gegenüber den Mitarbeitern die richtige Haltung. Dann ist die Gesundheit von Mitarbeitern und deren Förderung wichtig – schon allein, weil nicht sicher ist, wie lange zukünftig Menschen arbeiten werden (müssen). Und als Wachstumspotenzial des Unternehmens sind die Potenziale der Mitarbeiter selbst Grundlage – das nenne ich Treasure Value. Aus meinem Satellite-Core-Modell, das Potenziale in ein Geschäftsmodell formiert, kann genau diese Struktur auch auf Unternehmen angewandt werden – das Kernstück (Core) ist die Schatzkiste (Treasure), bestehend aus dem gesamten Potenzial (Satelliten) – in diesem Fall die Mitarbeiter. Wollen also Unternehmen ihr Wachstum weiter ausbauen oder stark bleiben, können diese Grundhaltungen einen großen Teil dazu beitragen.

  1. Die Wertschätzung entsteht aus Haltung heraus.
  2. Gesundheit muss strategisch ins Unternehmen eingebaut werden – ich plädiere für Bewegungsangebote und kreative Bereiche im Unternehmen – als kleine Pausen, die die normalen Handlungsfelder unterbrechen. Dieser Vorschlag ist für Büromitarbeiter gedacht – im Handwerk müssten ganz andere Denkansätze erfolgen. Und im Handwerk wird ohnehin das Szenario „Lebenslanges Arbeiten“ nicht funktionieren oder zumindest mit einem vollkommen anderen Ansatz. Aber Gesundheitsförderung ist ohnehin, egal ob das Szenario Lebenslanges Arbeiten eintritt oder nicht, wichtig – die Überforderung vieler Mitarbeiter und das Arbeiten am Limit ist ohnehin kein Szenario, das einem Unternehmen wirklich zuträglich ist. Insbesondere angesichts der nun immer stärker erkennbaren Demographie-Situation.
  3. Potenziale im Unternehmen zu fördern ist deshalb wichtig, weil viele Menschen unter- oder überfordert und an falschen Arbeitsplätzen tätig sind. Zugleich wäre Potenzialförderung im Unternehmen für das Unternehmen deshalb so wichtig, weil dann erst echte Leistung entsteht – und Identifikation. Oder aber, dass Mitarbeiter durch diese Potenzialförderung endlich gehen, weil sie ohnehin eine falsche Tätigkeit und das vielleicht sogar lustlos gemacht haben.

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Bewegung und Kreativität als Pausen zwischendurch für Mitarbeiter anzubieten, die hauptsächlich am Computer arbeiten, wäre zwingend erforderlich. Ständiges Arbeiten an Bildschirmen verhindert Neurogenese, das ist die Neubildung von Gehirnzellen. Durch die Neubildung von Gehirnzellen ist unter anderem gegen Stress sehr gut, insoweit also „entschleunigend“ wirksam. Bewegung und Kreativität helfen Neurogenese. Sport also in das Unternehmen strategisch zu integrieren, hilft den Mitarbeitern: Bewegung hilft beim Lernen, für Konzentration, Depressionen lindernd, Demenz vorbeugend, schnellere Informationsverarbeitung, besseres Gedächtnis, Gemütsaufhellung, motivationsfördernd.

Der Neurowissenschaftler Hans-Georg Kuhn von der Universität Göteborg hatte außerdem in einer Studie mit über 1 Million junger Männern im Alter von 18 Jahren festgestellt, dass diejenigen, die in diesem Alter regelmäßig Sport und Bewegung hatten, diese im Alter weniger erkrankten, geistig fitter waren und weniger an Demenz erkrankten als diejenigen mit 18 Jahren, die keinen Sport machten. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass bereits im jungen Alter geförderte Sportlichkeit die Fitness im Alter vorbereitet. Was zu meinem Thema „Lebenslanges Arbeiten“ und strategische Bewegungsförderung im Unternehmen wiederum gut passt.

Portrait of a group of happy people on white background
Portrait of a group of happy people on white background

Verbunden mit Kreativitätsförderung im Betrieb wird eine hervorragende Neurogenese gefördert – doch wie wirkt dies alles? Es entstehen laut Neurowissenschaften durch Bewegung, durch Tast-Sinn-Förderung (Hand-Werk, Be-Greifen) messbare biochemische Veränderungen im Gehirn: es entstehen neue Blutgefäße und im Hippocampus zusätzliche Nervenzellen. Neurotransmitter werden in größerer Zahl ausgeschüttet. Nervenzellen stellen unterneinander neue Verbindungen her und dadurch entsteht schnellere Informationsverarbeitung, besseres Gedächtnis, höhere Konzentration und Gemütsaufhellung. Durch Abwechslung zwischen aktivem Tun und Pausen wird diese Wirkung erhöht (ora et labora ist nicht von ungefähr eine Methode, eingeführt durch den Gründer der Benediktiner-Klöster, dem Hl. Benedikt).

Großer Panda

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Doch wir haben diese Wirkungen vergessen – gefangen in einer Dauertretmühle. Andere Unternehmen haben dies längst in ihren Unternehmensprogrammen: Google, Facebook & Co. und viele Internetfirmen im Silicon Valley wissen seit langem um diese Wirkung einer höheren Effizienz und eines höheren Einfallreichtums für Mitarbeiter – sie haben einen hohen Anteil der Arbeitszeit für Bewegung, Pause und Kreativität angesetzt. Daraus entstehen offensichtlich die größten Innovationen im Unternehmen – aus jenen regenerativen Phasen, die der Neurogenese dienen. Wir sollten uns also langsam umstellen und umdenken. Ich habe nie anders gearbeitet. Für mich gehören seit jeher Pausen und kreatives Tun sowie Bewegung zu meiner Arbeitszeit. Auch als ich vor vielen Jahren noch meine Kinder großzog – alles auf einmal war noch nie mein Ding – also war auch ein Teil meiner Berufstätigkeit erst sukzessive wachsend, so wie meine Kinder wuchsen. Deshalb bin ich Fan von Gestaltung von Lebensphasen – und eben nicht von Management von Lebensphasen. Sonst kommt der Mensch zu kurz.

Es geht meines Erachtens aber nur, wenn man diese „Module“ Bewegung, Kreativität und Potenzialentfaltung strategisch in den Alltag und ins Unternehmen einbaut, also regelmäßig. Auch aus diesem Grunde bin ich seit langem der Auffassung, dass Urlaub, Wellness-Wochenendend und Kurzseminare für Kreativität viel zu kurz greifen und nicht lang anhalten, wenn es um ein nachhaltiges Wohlbefinden gehen soll – schon allein aus dem Wissen der Neurowissenschaften heraus geht Wohlbefinden mit der Anregung für unsere Neurotransmitter nur durch regelmäßiges, alltagstaugliches Training und mit der richtigen Ernährung und Vitalstoffen.

Ich nenne das strategische Resilienz und strategische Innovation. Erneuerungsfähigkeit und Einfallsreichtum entstehen geradezu aus einem guten Zustand, nicht aus einem Stress-Zustand, der durch monotones Arbeiten oder Dauer-Arbeiten dann auch zu Burnout führen kann. Synonyme dafür sind mein „Glück ist Knäckebrot“ – die Stressdiät – oder „Reduktion“ und in dem Zusammenhang fällt auch oft „Digital Detox“ und „Natur“ – alles hilfreiche Neurogenese-Stärker. Diese Begriffe fallen immer wieder als Tags auf Twitter oder in meinen Blog-Beiträgen, deshalb erwähne ich diese hier noch kurz.

In dem Zusammenhang sind meine Themen für Unternehmen in Vorträgen und Consulting:

Zukunft im Unternehmen neu denken

  • Zukunft als Chance: Wie Sie mit der richtigen Strategie der Demographiefalle entkommen und Ihr Unternehmen für die Zukunft fit machen.
  • Werden Sie sexy für die Zukunft: Wie Sie sich mit einzigartigen Konzepten der Arbeitswelt von Ihren Mitbewerbern abheben und IHRE Mitarbeiter finden und binden!
  • Schaffen Sie eine Wohlfühlatmosphäre: Wie Sie mit neuen, innovativen Wegen das Wohlbefinden und die Kreativität Ihrer Mitarbeiter fördern

Design yourself: Mut zum Ich – Einzigartigkeit oder Einheitsbrei?

  • Querdenken aus der Intuition: Finden Sie Ihre Talente und Potenziale und gestalten Sie damit Ihre Zukunft
  • Bewährtes bewahren – quergedacht Innovatives ergänzen: Wie Sie sich und Ihr Geschäftsmodell zukunftsorientiert gestalten
  • Natur als Quelle: Wie Sie die Ressourcen der Natur als wertvolle Impulse zu Ihrer einzigartigen Unternehmensgestaltung nutzen

Finanzen 2025 – Economy for future:

  • Banking Innovation: Wie Sie Kundenvertrauen gewinnen und wie Ihnen Trends dabei helfen
  • Insurance Innovation: Wie Sie trotz Finanzkrise Ihre Mitarbeiter neu motivieren
  • Betriebliche Altersvorsorge: Wie Sie Ihren Mitarbeitern und Ihrem Unternehmen mit innovativen Konzepten eine gute Zukunft bieten

Weiterführende Links, die zu strategische Resilienz und strategische Innovation passen:

(c) Bildnachweis: Junge Frau/Fotolia_74766966, Joggerin Fotolia_93624645 und Fotolia_93288478, Panda Fotolia_66694177, Mitarbeiter clipdealer_284471, Photographics: Sabine Hauswirth

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