Social Media

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Social Media wird heute überall und laufend gemacht. Manche machen auch gar kein Social Media und haben nicht einmal einen Internet-Auftritt. Doch was bringt in Zukunft werbewirksame Auftritte, was ist authentisch und wie gestaltet man den Umgang damit? Wir haben heutzutage einen hohen Anteil an Blogs, auch unser Online-Magazin war bis vor einigen Monaten ein Blog. Wir haben einen hohen Anteil an unterschiedlichsten Experten-Portalen und so viele unterschiedliche Möglichkeiten, sich selbst zu präsentieren und Werbung zu machen. Doch macht das Sinn? Ist das insbesondere authentisch? Wo sind die Grenzen zwischen Missbrauch und echter Kooperation? Was müssen wir beachten, um hier bei uns selbst zu bleiben und insbesondere unsere Inhalte zu schützen?

Auch Sponsoring jeglicher Art in Experten-Portalen, beim Blogging (ich persönlich habe Sponsored Content abgestellt) usw. als schwierig an.  Ich sehe es in der Zukunft als ein Vertrauenskriterium an, hier Transparenz zu schaffen und ganz offen zu kommunizieren, WARUM man einen Sponsor hat, ggfs. WIEVIEL (zugegeben, schwieriges Thema), WAS Sinn und Zweck der Zusammenarbeit ist, WAS im FALLE eines Verkaufs von des jeweils gesponserten Unternehmens, das mit Experteneinträgen im Prinzip nichts Anderes wie kostenfreien Content schafft.  BESCHREIBUNG des Sponsors und für welche WERTE SIE stehen

  • je mehr das Thema Missbrauch und Instrumentalisierung von Content im Web offen diskutiert wird, weil das Bewusstsein hierfür steigt, umso mehr kommen die Anbieter, in diesem Fall auch Sie, in Bedrängnis und Argumentations-Not. Ich für meinen Fall bin gerade dabei, ALLE meine öffentlichen Einträge nicht mehr unter dem Thema MARKETING einzuordnen, sondern ganz klar unter Gratis-Lieferung mit dem Profit für Andere und dem FAZIT: das kann es ja gar nicht sein.
  • Gratis-Lieferungen sind, wenn sie denn je gemacht werden, vorher vertraglich zu regeln oder durch ganz klare AGBs zu definieren: was passiert mit dem Content? Dürfen neben meinem Namen dann einfach auch irgendwelche Sponsoren erscheinen, ohne vorher gefragt zu werden? Wenn ein Sponsor neben meinem Namen steht, ohne dass ich vorher gefragt wurde, wie kann ich hier sehr schnell dafür sorgen, dass dieser Content von mir dann entfernt wird?
  • je mehr Menschen auf der Suche nach Einkommen sind, umso mehr werden sie anfällig für vermeintliche Angebote von Content Marketing, der gratis zu liefern ist und der unter der Argumentation „Marketing“ läuft – hier rate ich dringend ab, Gratis-Content zu liefern. Niemand fordert Sie auf ohne irgendein Ziel im Hintergrund zu haben, genau von Ihnen den Content zu erhalten. Ich habe in den letzten Jahren sehr viel geforscht, nachgehakt und nachgefragt sowie selbst ausprobiert: erschreckend, welch ein Missbrauch auf allen Ebenen läuft. Da wird auf einmal Content neben Sponsoren gesetzt, ohne dass Du informiert wirst. Da wird auf einmal eine Diskussion öffentlich gemacht, die zuvor privat war.
  • beim Blogging über Blogger-Portale und entsprechende Kampagnen zu Sponsored Content: bist Du geschützt? Wie läuft die Vermittlung zur Kampagne? Ist Dein Blogger-Pool der Vermittler oder Auftraggeber? Wie laufen die vertraglichen Gestaltungen und die Nutzungsrechte zu dem von Dir getesteten Produkt? Musst Du etwas zahlen oder bleibt ein kleiner Restbetrag übrig, der dann letztendlich Dir nicht die lebenslangen Nutzungsrechte einräumt, wie zunächst in der Kampagnen-Beschreibung ausgeschrieben? Wirst Du Kunde oder Kundin bei einer Blogger-Kampagne und werden Deine Daten ‚abgezogen‘? Das und vieles mehr benötigt zunehmend Deine Aufmerksamkeit, um nicht in verstrickte und komplizierte Vertragsbeziehungen zu gelangen, die Du zunächst nicht gesehen und insbesondere auch nicht vorgehabt hattest. Sei also vorsichtig.
  • die wie ich sie nenne, Hänsel-und-Gretel-Ökonomie, wird dank Industrie 4.0 bei ALLEN Unternehmen zunehmen außer den ganz großen und kapitalstarken Unternehmen, und dadurch wird die Gefahr, in Fallen gerade im Social Media Bereich zu gelangen, zunehmend größer. Training von Mitarbeitern in dem Zusammenhang scheint mir immer mehr erforderlich, um auch das eigene Unternehmen nicht in Gefahr zu bringen. Denn nichts ist schlimmer, als dass in einer zunehmend unaufmerksamen und von digitalen Verführern geleiteten Welt sich Mitarbeiter auch mal dazu verleiten lassen, etwas zu fotografieren, ins Netz zu stellen oder vermeintlichen Freunden weiterzuleiten, das womöglich auch betriebsinterne Inhalte sind.
  • je mehr wir unklare Regeln haben, umso mehr stellt sich die Gefahr der Nicht-Transparenz und umso mehr Gefahr, dass Menschen in Verstrickungen und Risiken hineinlaufen, aus denen sie nicht mehr so ohne Weiteres herauskommen oder es zumindest sich nicht so ohne Weiteres trauen. Die zunehmende Abhängigkeit von zusätzlichen Einkommensquellen in einer zunehmenden Zwei-Klassen-Welt schafft zugleich Abhängigkeit von dubiosen Anbietern im Web, die so zunächst aber gar nicht dubios erscheinen. Umso mehr wird die Schulung der (visuellen) Wahrnehmung wichtiger sowie das eigene Bauchgefühl – was fühlt sich echt und richtig, was fühlt sich falsch und womöglich gefährlich an.

Ich habe hier ein Risikomanagement entwickelt. Darüber schreibe ich hier im Online-Magazin mehr, weil es auch mit Lifetime Design zu tun hat – denn je mehr wir Inhalte von uns im Web haben, umso mehr werden wir sichtbar. Die Profiler aller Bereiche tun sich sehr leicht, Dich zu bestimmen und das kann zum Guten, aber auch zum Bösen verwendet werden.

Hier geht es also darum, sich zunehmend zurückzuhalten und ganz gezielt auch bei Apps, Spielen, Marketing- und Experten-Börsen hinzuschauen: wer steckt dahinter? Welche Rechte räumt man ein, wenn man dabei mitmacht oder das Spiel/die App nutzt? Steht irgendein Ethik- oder Transparent-Kodex auf der entsprechenden Webseite? Sind Sicherheits-Hinweise und Datenschutzrichtlinien gemacht? Gibt es Hinweise darauf, wo die Server des Anbieters liegen?


Bildnachweis: Sabine Hauswirth Germany

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