Was ist Unternehmens-Kultur?

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….und was hat Unternehmenskultur mit Lifetime Design zu tun. Ich meine: viel. Zunächst einmal stellt sich aber die Frage danach, was man unter Kultur verstehen will und dann, was man unter Unternehmenskultur einordnen möchte.

Wenn man der Definition von Wikipedia folgt, dann kommt Kultur aus dem Lateinischen und bedeutet

„‚Bearbeitung‘, ‚Pflege‘, ‚Ackerbau‘ (…)“ und „bezeichnet im weitesten Sinne alles, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt, im Unterschied zu der von ihm nicht geschaffenen und nicht veränderten Natur. Dagegen bezeichnet Helman[1] mit Kultur einen engeren Begriff, nämlich ein System von Regeln und Gewohnheiten, die das Zusammenleben und Verhalten der Menschen leiten.

Nach der weitergefassten Definition sind Kulturleistungen alle formenden Umgestaltungen eines gegebenen Materials, wie in der Technik, der Landwirtschaft oder der bildenden Kunst, aber auch geistige Gebilde bzw. „Subkulturen“[2] wie Musik, Sprachen, Moral, Religion, Recht, Wirtschaft und Wissenschaften.“ Soviel zur Begrifflichkeit von Kultur nach Wikipedia.

Doch damit haben wir ja dann auch schon eine gut gefasste Definition für Unternehmens-Kultur: überall da, so bearbeitet, gepflegt, ausgebildet und im weitesten Sinne ‚Ackerbau‘ betrieben wird und um es im Sinne Voltaires zu sagen in der Figur des Candide, geht es um ‚Cultiver son jardin‘, also den eigenen Garten kultivieren. Und wenn wir die weitergefasste Definition von Kulturleistungen in einem Unternehmen anschauen, könnten wir wieder Wikipedia bemühen und im übertragenen Sinne formulieren, dass es sich hier um die Umgestaltung von Materialien und im eigentlichen Sinn um Ressourcen (Zeit, Material, Rohstoffe, Mensch, Technik usw.) handelt.

Also übersetzt: dort wo gepflegt, gehegt, gewässert und mit Material und Ressourcen im weitesten Sinne pfleglich umgegangen wird, wird Unternehmens-Kultur betrieben. Dort, wo das nicht geschieht, wird reiner Raubbau mit Ressourcen dank fehlender Hege und Pflege betrieben.

Dort wo also Unternehmenskultur betrieben wird, werden Fürsorge und positive Leistungen erbracht. Das schafft gute Rahmenbedingungen für Motivation, Gesundheit und Zuversicht von Mitarbeitern. Damit wird zudem die gesunde Basis einer gesunden Zukunft des Unternehmens geschaffen. Dort, wo Unternehmenskultur nicht als wichtig erachtet wird, wird auf reinen Raubbau im reinen Shareholder-Value-Gedanken oder selbst nicht einmal das betrieben: es ist Unternehmenskultur, die keine ist. Und da Kultur immer Bestandteil einer Gesellschaftsordnung ist, müsste man nun nochmals den Bogen schlagen: dort wo keine Unternehmenskultur herrscht, ist das Unternehmen nicht Bestandteil einer Gesellschaftsordnung, die Fürsorge oder sozial heißt. Sie ist nicht einmal Gesellschaft, zumindest der Definition von Gesellschaft im soziologischen Sinne. Denn im soziologischen Sinne ist Gesellschaft „eine durch unterschiedliche Merkmale zusammengefasste und abgegrenzte Anzahl von Personen, die als sozial Handelnde (Akteure) miteinander verknüpft leben und direkt oder indirekt sozial interagieren.“ (Quelle Definition: Wikipedia).

Ich denke, damit ist die Antwort klar, was man unter Unternehmenskultur verstehen kann und was eben genau das Gegenteil davon ist: die Nicht-Unternehmens-Kultur ist die nicht vorhandene Pflege und Hege des einem Anvertrauten.

Und damit ist dann auch der Zusammenhang mit Lifetime Design erkennbar: wer in Unternehmen gefördert, gestärkt und anerkannt wird, wird sich wohler fühlen, motivierter arbeiten und relativ sicher auch gesünder sein.

Wenn wir davon ausgehen, dass Arbeiten nicht nur den Sinn hat, Geld zu verdienen, sondern irgendwie auch Spaß zu machen oder zumindest Anerkennung zu bringen, dann fließt dies auch ins gesamte Privatleben hinein. Jemand der im Unternehmen eine Unternehmenskultur erlebt, wird weniger gestresst, gereizt oder gar überarbeitet sein. Dies wirkt sich unweigerlich auf das private Leben aus. Lebengestaltung ist daher unmittelbar auch davon abhängig, inwieweit Menschen an ihren Arbeitsplätzen Kultur, also Hege und Pflege erleben.

Damit ziehe ich zusätzlich eine weitere Schlussfolgerung: wenn wir Arbeit neu definieren müssen, weil wir auch Rente neu definieren müssen, womöglich weil Arbeiten bis über das aktuell gesetzliche Renteneintrittsalter Realität werden könnte, dann wird positive Lebensgestaltung (Lifetime Design) unweigerlich mit dem Umfeld, in dem wir arbeiten, zusammenhängen – nicht nur mit Unternehmens-Kultur, sondern mit Kultur auch im gesellschaftspolitischen Sinne. Dann wird Optimismus, Zuversicht, Hoffnung, Gesundheit sowie finanzielle Stabilität von Menschen immer mehr davon abhängen, in welchem kulturellen Umfeld sie leben und arbeiten.


Bildnachweis: Titelbild Fotolia_8392543; Dünen-Bild Fotolia_31531037; PhotoGraphics Sabine Hauswirth Gemany

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