Wie können wir Veränderung begreifbar machen?

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Veränderung ist meines Erachtens zukünftig nur noch durch Reduktion in allen Bereichen machbar. Zuviel der Reize, zuviel der Informationen und ein Zuviel der Kanäle. Wie geschieht Veränderung, wie strukturieren wir unseren Alltag, wenn eine schier unübersichtliche Flut von Informationen zusätzlich zum normalen (Berufs-)Alltag dazu kommen? Ich habe mich also auf den Weg durch eine Menge an Information, Fachbüchern, Ratgebern gemacht: das musste ich vor ein Jahren tun, weil ich innerhalb kürzester Zeit mein Unternehmen aufgrund einer das Geschäftsmodell erschwerenden Gesetzesgebung aufgeben und umstellen musste und ich auch Lust auf eine neue Phase in meinem Leben hatte. Damals war mir klar, einfach nur mein Wissen und mein Verstand alleine konnten mir nicht helfen. Ich benötigte also Lösungen für den Umgang mit Komplexität und dem höchstmöglichen Einsatz meines Einfallsreichtums und meiner Innovations-Kraft. Und ich ziehe heute das Fazit: es scheint nahezu unmöglich, den Überblick zu bewahren, wenn es zu komplex oder zuviel ist. Dann hilft nur Schritt für Schritt vorwärts gehen, sich auf den Weg zu machen und ein paar Grundregeln über das ‚Wie tickt der Mensch‘ zu kennen. Es geht schlicht und einfach nicht mit Zeitmanagement, sondern mit klaren Zielen, dem Weglassen von Unnötigem oder Nicht-Hilfreichem sowie einer Entscheidung gegen Zuviel. Da Ideen und Veränderungsprozesse Zeit und Raum für Entwicklung brauchen, und Zeit auch nur relativ und begrenzt ist, ist es hilfreich, die ‚Abkürzungen‘ und Zusammenhänge zu kennen.  Denn wo in uns entstehen klare Ziele? Wo entsteht Einfallsreichtum? Wo entstehen Change und Flexibilität und im eigentlichen Sinne Innovation und Erneuerung?

Darüber habe ich dann ein Buch geschrieben: wie wir mit Zuviel sinnvoll umgehen lernen und dabei resilient, positiv bleiben und dabei auch noch bei sich selbst bleiben zu können. Die einfache Erkenntnis als Fazit aber ist: Reduktion in allen Bereichen. Ich beschreibe das in meinem Buch ‚Glück ist Knäckebrot‘ sehr ausführlich: Reduktion in allen Bereichen ist die Grundlage dafür, dass wir nicht reiz-überflutet ins Chaos stürzen. Denn Veränderungsprozesse benötigen entsprechenden Raum und Zeit – damit sie im Menschen auch wahr- und angenommen werden können. Die Zeit scheint heutzutage für fast gar nichts mehr vorhanden zu sein – außer fürs Dauer-Funktionieren. In dieses Hamsterrad allerdings ließ ich mich noch nie ein, weil das nicht funktionieren kann.

Deshalb habe ich mich in den letzten Jahren stark damit beschäftigt, wie wir uns motivieren können, unsere eigenen Ressourcen nutzen, und wie wir unsere Sinne nutzen, um Mensch zu bleiben – und somit die Veränderungsprozesse, die immer schneller geschehen, gut zu bewältigen. Veränderung bedeutet immer auch, zu wissen, wie Veränderung in uns Menschen angelegt ist und wie Innovation geschieht. Im geschäftlichen Bereich für Potenzialentwicklung nutze ich mein Satellite-Core-Modell – das ist einfach und für jeden ohne weitere Anleitung anwendbar. Alles was zu komplex und kompliziert ist, ist wenig alltagstauglich.

Im persönlichen Coaching arbeite ich mit dem ZRM-Training von Maja Storch & Frank Krause, wozu ich auch ein entsprechendes Training absolvierte, die sehr erfolgreich mit diesem ZRM-Training eine Methode entwickelten, wie Menschen selbstbestimmt ihre Fähigkeiten und ihr volles Potenzial einsetzen können. Weitere Quellen weiterer namhafter Autoren und Fachleute, auf deren Expertise ich  mich stütze,  sind ganz am Ende dieses Blog-Beitrages aufgeführt. Für Motivation, Veränderungs-Prozesse sowie Zielerreichung benötigen wir auch das Wissen, wo die ursprüngliche Identifizierung von Zielen entstehen: sie entstehen in unserem Unbewussten, und nicht in unserem Verstand. Aus dem ‚Marshmallowtest‘ Walter Mischels sowie aus ‚Kluge Entscheidungen‘ von Storch/Krause heraus habe ich folgende Grafik gestaltet, die ich auch Beratungen verwende.

Doch wie entstehen Innovation, Veränderung im Menschen? Wie entstehen Vorstellungen und Zielidentifizierung?

Zielpyramide nach Dr. Maja StorchIn Kürze will ich darstellen, wenn dies überhaupt möglich ist, die Funktionsweise unseres Gehirns zu beschreiben. Kurz deshalb ausgesprochen REDUKTIVES deshalb, weil es genügend Bücher darüber gibt, und es den Rahmen dieses Blogbuches sprengen würde.

  1. neuronale Netze

Unser Gehirn besteht aus der Verbindung von Nervenzellen zu sogenannten neuronalen Netzen. Man muss sich das so vorstellen, dass wir, wenn wir einzelne Tennisbälle ( hier als Nervenzelle bildlich vorgestellt) mit Seilen miteinander verbinden und weitere Tennisbälle als Querverbindungen verknüpfen, entstehen sogenannte neuronale Netze. Die Informationen zwischen einzelnen Nervenzellen wird über Synapsen übertragen. Die Verbindungen (Seile) werden umso stärker, je häufiger sie benutzt werden. Diese neuronalen Netze sind veränderbar, man nennt dies auch neuronale Plastizität. Man weiß schon seit langem, dass diese Verbindungen gestärkt werden durch Lernen, aber auch durch Achtsamkeit. Man weiß zwischenzeitlich auch, dass Lernen nicht nur über den Verstand geschieht. Außerdem weiß man heutzutage, dass die neuronalen Netze mit unseren unterschiedlichen“ Zuständigkeiten“ = Systemen in unserem Gehirn verbunden sind. Sie speichern unterschiedliche Komponenten von Erfahrungen und sind deshalb auch mit verschiedenen Inhalten gefüllt. Wenn wir uns das Schaubild der Ziel- und Visions-Pyramide oben anschauen, werden diese unterschiedlichen Systeme kurz veranschaulicht: es gibt das sogenannte Adaptiv Unbewusste, das unserer sinnlichen Wahrnehmung und Sinneserfahrung sowie Erinnerungen entspricht. Grob ausgedrückt können wir auch Rechte Hirnhälfte dazu sagen, wobei dies tatsächlich nur ein grobes Schema darstellt. Aber darunter kennen wir meistens die Vorstellung, die diesem Gehirnbereich zugeordnet ist. Das System ist unser Verstand, landläufig auch als Linke Hirnhälfte bezeichnet. Der Verstand befasst sich mit der Bedeutung, die sich aus der Wahrnehmung ableiten lässt. Der Verstand also studiert die Wahrnehmung, die über das adaptiv unbewusste gefühlt wurde. Auch deshalb arbeite ich in meinen Coachings mit Gefühlsmarkern, um Zielerreichung und Motivation besser zu verstärken.

  1. Verbindung

Wenn wir also Lernen in Verbindung bringen mit zwei verschiedenen Systemen, also dem Adaptiv Unbewussten und dem Verstand, und wenn wir zusätzlich die Erkenntnis haben, dass sich unser Gehirn jederzeit ändern kann durch Lernen und/oder Achtsamkeit, dann gilt dies umgekehrt auch, wenn es um das Thema Nicht-Lernen geht. Wenn wir also Lernen durch Fühlen (Adaptiv Unbewusstes) und Lernen durch Wissensvermittlung (Kognition, Verstand), dann stärken sich offensichtlich unsere neuronalen Netze. Dadurch stärken sich unsere Verbindungen im Gehirn. Beim Nicht-Lernen würde das dann also umgekehrt funktionieren: wir verlernen das Fühlen, das Begreifen, das Spüren (adaptiv unbewusstes) und wir verlernen das kognitive Lernen (Verstand). Dieses Nicht-Lernen umgibt einen ja regelmäßig und ist für viele Alltag, ohne dass es ihnen bewusst ist: Nicht-Lernen wird immer mehr gefördert durch Konsum von digitalen Medien oder zumindest dem falschen Umgang damit, sowie von kompensatorischen Handlungen in Form von Dauer-Konsum (Einkaufen, stoffgebundenen Süchten und sonstigen „Tätigkeiten“, die mit eigentlichem Tun in Form von Lernen nichts zu tun haben.) Die Do-it-Yourself-Bewegung ist daher eine deutliche Gegenbewegung, das Urban Gardening, die Upcycling-Szene und viele andere Bewegungen sind der Gegentrend und ein Trend hin zum echten Tun, und daher auch zum Lernen im Sinne der Gehirnforschung, die insbesondere auch die rechte Gehirnhälfte einbezieht (Fühlen, Be-Greifen, Hand als Werkzeuge dafür).

  1. Bewegung, Kreativität und Be- greifen

Wenn wir also davon ausgehen, dass über unsere Rechte Hirnhälfte auch Lernen geschieht, ist es hilfreich, mehr darüber zu erfahren. Wir wissen aus der Hirnforschung, dass körperliche Aktivität im Hippocampus (Teil unseres Gehirns) zur Neubildung von Nervenzellen führt. Mit den Neuronen werden neue Gedächtnisinhalte gespeichert. Bewegung ist daher ein zusätzlicher wichtiger Bestandteil zur Bildung von Gedächtnis und Steigerung von Gehirnleistung. Das Interessante dabei ist, dass aus beanspruchte Muskulatur sogar bestimmte Proteine ins Gehirn wandern, die Nervenzellen stärken und den Geist schneller arbeiten lassen. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass Bewegung (Kinetik) tatsächlich unseren Grips wachsen lässt. Wenn wir also regelmäßig trainieren, wird nicht nur unsere Muskulatur vergrößert, sondern auch des Volumen einiger Gehirnareale. Nicht nur Proteine, sondern auch die Menge der Neurotransmitter wie beispielsweise Serotonin steigen an. Bewegung und Sport ermöglichen außerdem erholsame Denkpausen, also Erfrischung des in unserer Gesellschaft ständig eingesetzten Verstandes. Dadurch dass Sport die elektrische Aktivität in einem Teil der Hirnrinde, dem sogenannten präfrontalen Kortex verringert, ist die anschließende Aufnahmefähigkeit des Gehirns größer als zuvor.

Auch der Tastsinn, also wenn wir etwas anfassen = be-greifen, liefert uns die ersten Sinneseindrücke bereits lange vor der Geburt. Und durch unser Sinnesorgan Haut, unserem größten Sinnesorgan, werden unzählige Rezeptoren zugeordnet, die in den Kortex (die äußere Schicht des Großhirns, das reich an Neuronen ist), gelangen. Auch durch Tasten und Be-Greifen lernen wir. Was für viele von uns gar nicht mehr fassbar ist, ist Berührung. Über den Tastsinn werden tatsächlich viele verschiedene Wahrnehmungen wie Druck, Schmerz oder Vibrationsempfinden umfasst. Viele Forscher sprechen deshalb von einem ganzen Tastsinnessystem. Grob erklärt handelt es sich bei dem Tastsinn um das Abliefern von Sinneseindrücken über unsere Haut an das Gehirn und die dort anschließende Empfindung und Bewertung. Es kommt also auf die Art der Berührung darauf an, wie unterschiedliche Rezeptoren aktiviert werden, und von dort dann weitergeleitet werden an das Rückenmark. Das Interessante ist, dass sich über verschiedene Bahnen des sogenannten verlängerten Rückenmarks sich die Leitungen der linken und rechten Körperhälfte daraufhin kreuzen. Und dann anschließend gelangen über eine weitere Verschaltung Signale in den Kortex. Und von dort werden über verschiedene Areale die Information und der Emotionsgehalt der Berührung, die ursprünglich von der Haut als Signal gesandt wurde, bewertet als Empfindung. Diese Art von Lernen ist notwendig, wenn es um unser Adaptiv Unbewusstes geht und wenn es um das Verändern und Verstärken unserer neuronalen Netzwerke geht. Wir lernen also ganzheitlich, wenn wir nicht nur stupide (Verstandes-)Inhalte auswendig lernen, sondern auch begreifbare und körper-wahrnehmbare Inhalte aufnehmen. Dieses Lernen über den Körper ist in der heutigen Zeit nicht nur wichtig, um ein gesundes Körper-Selbstbild zu entwickeln, wie es zum Beispiel vielen Frauen mit Essstörungen fehlt, sondern taktile Erfahrungen sind nachweislich zur körperlichen und sozialen Entwicklung überlebenswichtig. Sie wirken sich nicht nur auf den Pegel des Stresshormons Cortisol aus, sondern dienen auch dem Kontakt und der Bindung zwischen Menschen. Das alles ist ja eigentlich nicht neu. Das wussten schon die Griechen der Antike, das entwickelten viele kluge Leute wie Pestalozzi und Montessori als Lernsysteme für Schulen. Aber beachtet wurde es bisher in unserem vor allem linkshirnhälftigen Bildungssystem nicht wirklich. Das sollte sich aber ändern, wollen wir den Herausforderungen unserer Zeit wirklich begegnen: wo immer mehr Innovation, Flexibilität und Selbst-Motivation benötigt wird und mit dem Wissen, dass die Kraft aus dem SELBST aus dem Adaptiv Unbewussten generiert wird, dann können wir uns wirklich nicht mehr leisten, uns auf das rein kognitive System zu beschränken. Viele Schulversager würde es einfach nicht mehr geben und viele bislang unbeachtete Talente auch aus den immer wieder milde belächelten, sogenannten „bildungsfernen Familien“ (was ich als überheblich und insbesondere kurzsichtig empfinde), würden endlich hervorgehen können.

Denn, wie sagte bereits Albert Einstein: „Als das eigentlich Wertvolle im menschlichen Getriebe empfinde ich nicht den Staat, sondern das schöpferische und fühlende Individuum, die Persönlichkeit: sie allein schafft das Edle und Sublime.“

  1. Konsumgesellschaft versus Gehirnbildung

Die zunehmende Konsumgesellschaft hat zu einem großen Teil dazu geführt, dass tatsächlich mehr konsumiert wird, und weniger selbst getan wird. Ich werde hier keinen größeren Exkurs in die Folgen von Dauerkonsum einleiten, aber ich werde doch ein paar wenige Stichworte liefern, die zu belegen versuchen, warum ein Umdenken und ein Paradigmenwechsel beim Lernen stattfinden muss. Schon die kleinen Kinder wachsen heutzutage auf mit digitalen Medien. Eigene Erfahrungen „in Echtzeit“ werden oft durch „overprotecting parents“ (überbeschützende Eltern) erst gar nicht möglich gemacht. Laufen, hinfallen, aufstehen, laufen, hinfallen, aufstehen, neu beginnen, weinen, lachen, hochklettern, runterklettern, hinfallen, wieder aufstehen – bereits diese scheinbar belanglosen Tätigkeiten wollen trainiert und routiniert selbstständig erarbeitet werden. Und je nach Altersstufe sanft unterstützt und gefördert werden. Dieses kleine Beispiel ist ein Beispiel für“ es versuchen, probieren, aus Fehlern lernen = mit Scheitern und Frustration umgehen lernen“. Wer anstatt dessen ständig fernschaut, ständig Computerspiele (zumindest unsinnige Spiele) spielt, womöglich keinen Sport betreibt und keinerlei kreativen und taktilen Erfahrungen macht, wird abgestumpft zu einem“ Konsum-Menschen“ mutieren. Die Auswirkungen auf unser Gehirn sind heutzutage klar belegbar und nachweisbar. Gedächtnis, Konzentration, Motivation, Autonomie und Bindungsfähigkeit sind nur eine der möglichen Bereiche, die dann nachlassen.

  1. Achtsames Gehirn

Die gute Nachricht ist, dass unser Gehirn einer sogenannten neuronalen Plastizität unterliegt. Die Neuronen können zu neuronalen Netzwerken, und die neuronalen Netzwerke können verstärkt werden so wie sie um Umkehrschluss auch geschwächt werden können. Geschwächt werden können diese neuronalen Netzwerke auch durch Traumata oder sonstige Einflüsse. Aber auch dies kann nachweislich verändert werden, aber eben durch Training und kontinuierliche Integration in den Alltag.

Ganzheitliches Lernen in Form von Bewegung, Kreativität und Wissensvermittlung bringt also Stärkung unserer neuronalen Netzwerke. Der Neuropsychiater Hans-Georg Kuhn von der Universität Göteborg hat beispielsweise ausgewertet, dass vor allem das Ausdauervermögen im Alter von 18 Jahren die geistige Performance für den Rest des Lebens beeinflusst. Im Umkehrschluss kann man also davon ausgehen, dass die heute 18-jährigen, die völlig ohne Bewegung und Sport leben, ihre geistige Performance nachhaltig negativ beeinträchtigen. Unser Bildungssystem in Deutschland hat sich schon seit langem vom ganzheitlichen Lernen verabschiedet. Zukünftig wird dies, davon gehe ich aus, von Ausbildungsstätten und Unternehmen aufgefangen werden müssen. Wer gesunde und fitte Mitarbeiter haben möchte, wird nicht umhin können, sich Teilen dieses ganzheitlichen Lernens widmen zu müssen.

Viele unterschiedliche Hirnforscher und Psychologen haben darüber geschrieben, wie es zu Wohlbefinden und zu Bewältigung von Stress kommen kann. Hierzu gibt es unterschiedlichste Ausführungen in vielen unterschiedlichen Studien und Büchern. Allen Studien gemeinsam ist das Fazit, dass die Aktivierung und Verbindung der rechten Gehirnhälfte mit der linken Gehirnhälfte Wohlbefinden, gerne auch als Flow bezeichnet, bringt.

Die Wege dorthin sind unterschiedlich beschrieben worden und können auch auf unterschiedlichen Wegen erreicht werden. Mich besonders überzeugt haben die Ergebnisse des Gehirnforschers Antonio Damasio (Abhandlungen: z.B. „Descartes’ Irrtum“, „Ich fühle, also bin ich“) und der Psychologin und Pädagogin Maja Storch (Bücher: z.B. „Die Mañana-Kompetenz: Entspannung als Schlüssel zum Erfolg“, „Das Geheimnis kluger Entscheidungen: Von somatischen Markern, Bauchgefühl und Überzeugungskraft“). Dabei wird angesetzt über die sogenannten somatischen Marker, die unser Adaptiv Unbewusstes (rechte Gehirnhälfte) immer ansprechen. Wir haben dort verankert das Erfahrungsgedächtnis sowie unserer Lust- und Triebzentrum. Unser Glücksempfinden findet in diesem Lust- und Triebzentrum, dem nucleus accumbens, statt. Hier funktioniert auch unsere Verhaltenssteuerung und unsere Motivation. Hier wird Dopamin erzeugt wenn Spaß in den Dingen steckt, die getan oder gelernt werden sollen. Erst dann wird mit Glücksgefühl oder Flow gelernt. Hier findet auch bei Reizüberflutung IMMER eine Filterung statt: die „gefällt“ / „gefällt nicht“- Selektion. Wenn also eine Situation von ihr ausgewertet wird in „gefällt“ / „gefällt nicht“, und im Anschluss an die Selektion das Ergebnis“ besser als erwartet“ oben oder“ besser als gedacht“ herauskommt wird eine positive Emotion erzeugt die wiederum ein Glücksgefühl mit sich bringt und dann wurde positiv gelernt. Dieses Zentrum geht immer einher mit unserem Erfahrungs-Gedächtnis, dass alle unsere Erfahrungen, auch transgenerationale Erfahrungen, abgespeichert hat.

Dieses Wissen ist wichtig für Zielerreichung oder das Erreichen einer Vision. Wer also ein Ziel erreichen will, wer höchst motiviert zu etwas kommen möchte, der sollte das Wissen um unser Lust- und Triebzentrum und unser Erfahrungs-Gedächtnis nutzen. Dieses läuft in der rechten Hirnhälfte, und in unserem Adaptiv Unbewussten, ab, der Verstand wird erst danach eingeschaltet. Dies kann erfasst werden durch Körperwahrnehmung, und die sogenannten somatischen Marker, entwickelt von Antonio Damasio. Indem wir spüren, abklopfen was wir uns vorgenommen haben durch zwei verschiedene Maßstäbe (PLUS 0-100, MINUS 0-100), können Zielerreichung und Motivation besser gelingen. Deshalb brauchen wir immer eine Antwort und Bewertung auf ein Plus- sowie ein Minus-Gefühl. Dies geschieht nicht mit dem Verstand. Dies geschieht definitiv nur dem Unbewussten. Unser Unbewusstes ist unser Selbst. Unser Unbewusstes liefert die Informationen, was uns als Mensch ausmacht, was uns einzigartig macht, was direkt mit uns zu tun hat. Dieses Unbewusste ist der Kern unseres Wesens, anstatt dem Aufgestülpten von Außen. Dieses macht uns authentisch, und dieses Unbewusste kann „erfahren“. Trainiert werden zuallererst stets die körperliche Wahrnehmung. Wir haben erfahren, dass Bewegung und Sport, aber auch kreatives Tun durch Begreifen und Spüren die hilfreich sind, unsere neuronalen Netzwerke zu stärken und auszubauen. Meditation und Achtsamkeitsübungen sind ebenso mögliche Praktiken, um Zugang zum Unbewussten und der Stärkung unserer neuronalen Netzwerke zu erhalten. Und damit Konzentration und geistige Performance zu erhöhen. Doch wie gelingt uns das? Das fördern wir durch Stille, durch Achtsamkeit, durch Ruhepausen, durch Abschalten von Smartphones und Co., durch einfaches So-Sein, durch Pausen in der Natur, oder durch bewusstes Abschalten beispielsweise in einer Schlange an der Kasse im Supermarkt. Dann erhalten wir den Zugang zu unseren Gefühlen, dadurch erhalten wir den echten Zugang zu unserem Innersten und damit zu dem, was uns wirklich antreibt und uns Spaß macht. Und dadurch, in Gedankenlücken, entsteht etwas, das Einfälle und sogenannte „Zufälle“ erzeugt.

Zielpyramide nach Dr. Maja Storch

Wie es nicht funktioniert: Dauerstress und Dauerbelastung sowie Dauer-Funktionieren (also nicht das zu tun, was einem wirklich entspricht) erhitzen unser limbisches System, das Teil der rechten Hirnhälfte ist. Dies wiederum führt dazu, dass der Zugang zu unserem adaptiv unbewussten erschwert ist und nachweislich führt Dauerstress dazu, dass dann auch unser kognitives System, also unser Verstand, außer Kraft gesetzt wird. Die Folgen sind mindestens Fehlerhäufigkeit, Unkonzentriertheit, aber auch Chaos und auch unsoziales Verhalten.

Wer also darauf achtet, sein Gehirn in Achtsamkeit zu trainieren, braucht Pausen, Entschleunigung, Potenzial-Entwicklung, und ein Heraustreten aus der hedonistischen Tretmühle. Was nichts anderes bedeutet, als ein Heraustreten aus einem “ immer höher und weiter“ und eines ständigen Verbessern und Optimieren des eigenen Lebensstandards durch Status & Co. Dieser Tretmühle nachzujagen bedeutet, diese auch bedienen zu müssen. Dies bedeutet auch, einen ständigen hohen Preis zahlen zu müssen: immer höhere Einkommen, immer mehr Konsum, immer mehr Ersatzbefriedigung anstatt eines Lebens, das wirklichen Flow bringt.

  1. Innovation und Leadership

Wer den Zugang zu seinem Inneren erreicht hat, kann damit aus der Kraft der eigenen Stärke schöpfen. Die Kraft der eigenen Stärke erwächst ausschließlich aus dem Adaptiv Unbewussten. Sie erwächst nicht aus dem Verstand, weil der Verstand nachweislich begrenzt ist. Der Verstand ist das, was wir kognitiv erfasst und abgespeichert haben, der Verstand ist aber definitiv nicht unser Selbst. Er ist aber notwendig, um Dinge und Situationen zu analysieren, um zu rechnen, zu langfristig zu planen oder sicherzustellen, dass in manchen Bereichen Strategien erstellt werden. Auch ist er notwendig, um technische Errungenschaften weiterzuentwickeln, die allesamt auch der Innovation unterliegen. Unser Selbst jedoch ist unser Unbewusstes und deshalb sind wir Menschen auch einzigartig. Weil jeder Mensch ein eigenes Unbewusstes und ein eigenes Selbst hat. Aus unserem Unbewussten entstehen auch unsere Absichten, unsere Ziele für unser Leben, unsere Visionen. Absichten oder Intentionen sind deshalb wichtig, weil sie bestimmte Momente des Lebens verknüpfen und Handlungen des Jetzt mit Handlungen des unmittelbar nächsten Moments verbinden. Also aus einer Kurzfristigkeit(JETZT) in eine Langfristigkeit(ZUKUNFT) münden. Intentionen sind somit eine fortgeschrittene Impulssteuerung und sind wichtig gegen vorschnelle Reaktionen. Das Entwickeln von Intention/Ziel/Vision kann aber nur aus unserem Selbst entstehen. Es kann weder aufoktroyiert, also von außen auf gestülpt, werden noch kann es nachgeeifert oder kopiert werden. Aus diesem Prozess, aus dem Prozess des Adaptiv Unbewussten heraus entsteht Innovation. Es ist die Verbindung von Intention mit antizipiertem Denken. Wer so sein selbst“ angefeuert“ hat, wird automatisch zu den entsprechenden kognitiven Steuerungselementen geführt. Es sind diese vermeintlichen“ Zufälle“ des Lebens, die dann erscheinen, die aber letztendlich nichts anderes sind als das Erkennen der zu einem passenden Informationen im Außen.

Das ist Zukunftsdenken im eigentlichen Sinne. Neuschöpfung (Re-Creation) und Innovation entsteht in einem achtsamen Moment. Fast spielerisch. Erholung (Re-Creation) entsteht nicht durch Funktionieren & Technik. Erholung entsteht durch Spiel, Humor, kreatives Sein. Dies alles entsteht in unserer rechten Hirnhälfte. Durch Pausen machen, Smart Work statt Hard Work, Zustand von Präsenz, Nicht-Urteilen(Fokusblick ist Enge). So entsteht Neuschöpfung. Neuschöpfung ist Innovation. Und Innovation ist Evolution.

Wer also den Herausforderungen dieser Zeit, sei es in der Wirtschaft oder in der Politik, gewachsen sein möchte, benötigt Zugang zum Selbst und erhält dadurch

  1. Innovationsdenken / Change
  2. kreative Ideen
  3. Empathie und soziales Handeln
  4. höchste Konzentration
  5. Effizienz im Gehirn
  6. die richtigen Entscheidungen
  7. Klarheit und Wesentlichkeit
  8. Wohlbefinden und Flow
  9. Integration von Körper Geist Seele

6. Denken in Bildern

Unser Organ des Denkens ist das Gehirn. Selbst ein Bauchhirn scheinen wir zu haben. Aber in unserem Gehirn sitzen Verstand und Intuition zugleich.

Unser Denken funktioniert auf jeden Fall in Bildern. Wenn wir etwas wahrnehmen, stellen wir uns das automatisch und unbewusst als Bild vor. All diese Bilder werden auch abgespeichert. Der Mensch kann immer nur ein Bild nach dem anderen wahrnehmen, parallele Verarbeitung von Bildern gehen nicht. Unser Denken funktioniert durch Reaktion auf positive Bilder. Auf negative Befehle reagiert es nicht, zumindest nicht, um positiv zu lernen. Uns deshalb zu beeinflussen, sollten wir immer alles positiv formulieren, was wir erreichen wollen. Und das dann mit den sogenannten somatischen Markern in eine Plus- und in eine Minus-Skala einordnen. Da alle erlebten und empfundenen Bilder vom Menschen abgespeichert werden, insbesondere nicht mehr verändert werden können, brauchen wir ein Wissen darum, wie wir alte Bilder überlagern können. Fakt ist, dass jedes Bild (und der Mensch speichert ca. 9000 Bilder am Tag = Wahrnehmungen pro Tag in seinem Gehirn ab) von jedem neu hinzugekommenen Bild überlagert wird. Und je mehr neue Bilder folgen, umso tiefer versinken die älteren Bilder im Speicher des Unterbewusstseins. Die Signale dieses sogenannten Erfahrungsgedächtnisses können Sofort-Reaktionen sein wie auch langfristige Signale. Sofort-Reaktionen unseres Körpers durch sogenannte somatische Marker können sein Zittern, Erröten, Stottern, Herzrasen, Magenkrämpfe und vieles andere mehr. Langfristige Signale unseres Erfahrungsgedächtnisses können sein Schlaflosigkeit, Schwächezustand, Essstörungen, erhöhter Blutdruck, Gehörsturz, Burnout und vieles andere mehr. Da das Unbewusste den Menschen leitet und nicht der Verstand, ist es stärker als seine bewussten Entscheidungen. Auch deshalb kann sich der gesamte Speicher des Erfahrungsgedächtnisses zu einem grundlegenden Lebensgefühl verdichten.


Wer also Veränderungen herbeiführen will, braucht das Verständnis um die Sprache des Adaptiv Unbewussten. Egal ob privat oder in Unternehmen. Change ist immer ein Vorgang, der nur ganzheitlich funktionieren kann, wenn er WIRKLICH funktionieren soll.


Ich arbeite hier deshalb in Coachings, übrigens auch in der Unternehmensberatung, mit

  1. Bildern
  2. positiven Gefühlen (Humor)
  3. positiver Sprache & Wort-Kreativität
  4. einem Bild nach dem anderen
  5. Natur und archetypischen, archaischen Symbolen (ältestes Erfahrungs- Gedächtnis)
  6. Kinetik/Bewegung zur Verstärkung/Verankerung der Bilder
  7. Motivation/ Glücksgefühl/Wohlbefinden
  8. Selbstbestimmung/Wahlfreiheit beim Tun
  9. somatischen Markern zur Bewertung (gefällt/gefällt nicht) (+ 0 – 100, 0-100)
  10. Symbolen aus der Natur zur Verankerung im Unbewussten – als neue Bilder für unser adaptiv Unbewusstes & Erfahrungsgedächtnis
  11. Indizes unterschiedlicher Bereiche zum Ist-/Soll-Situations-Abgleich
  12. Checklisten und Handlungsanweisungen ausschließlich als zusätzliches, begrenztes Hilfsmittel (da rein kognitiv, und daher limitierte Möglichkeit bietend)
  13. Natur als Mittel zur Entschleunigung und Beruhigung unseres limbischen Systems
  14. kreativen Methoden zur Lösungsfindung und zur Unterstützung des Selbst
  15. Upcycling als Zukunftsmethode für Ressourcenschonung und zukünftiges ökonomisches Prinzip
  16. weitestgehender Berücksichtigung systemischer und transgenerationaler Zusammenhänge sowie Moralität, die aus Gruppen-Verhalten stammt (Frieden, Versöhnung, Teamgeist als Antrieb)
  17. Mut zu Innovation, Authentizität, Querdenken
  18. strategischen Plänen: Strategie, Plan folgt auf Visions-Arbeit/adaptiv-Unbewusstes, (z.B. mit konkreten Wenn-Dann-Plänen (Gollwitzer & Oettingen, ZRM-Training Krause/Storch, Satellite-Core-Strategie Hauswirth)

Zudem lege ich weitestgehend offen, wie ich arbeite und aus welchen Quellen[1] ich meine Erkenntnisse und daraus entwickelten Konzepte beziehe.


Für komplexe Themen benötigt es einen reduktiven Ansatz. Ich nenne das auch „Reduktionsintelligenz“, einer neuen Form von Intelligenz, die wir zukünftig verstärkt brauchen: in kürzester Form komplexe Inhalte schnell übermitteln bzw. erfassen können. Je vernetzter wir unser Gehirn trainiert haben, das heißt linke mit rechter Hirnhälfte verbinden, umso besser reagieren wir prägnant, und umso besser fallen uns Ideen ein und umso besser können wir uns fokussieren.


Bildnachweis: Titelfoto, Grafiken & Slogans von Sabine Hauswirth, Germany
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Quellen:

[1] Maja Storch, Benita Cantieni, Gerald Hüther, Wolfgang Tschacher (2006): Embodiment: Die Wechselwirkung von Körper und Psyche verstehen und nutzen. Bern: Huber; DER SPIEGEL „Schlaulaufen“, Nr. 32/1. August 2015; GEHIRN UND GEIST, Infografik „Von der Berührung zur Empfindung“, Nr. 9/2015; LIFE KINETIK, „Gehirntraining durch Bewegung“, Horst Lutz, 2010, München: BLV; „Der Mensch, der Bonobo und die zehn Gebote-Moral ist älter als Religion“, Frans de Waal, 2015, Stuttgart: Klett-Cotta; „Gedanken lesen – Erkennen, was andere denken und fühlen“, Michael Moskowitz, 2008, München und Zürich: Pendo; „Das achtsame Gehirn“, Daniel J. Siegel, 2010, Freiamt im Schwarzwald: Arbor; „Vom Taschengeld zum Schuldenberg“, Sabine Hauswirth, 2003, Rosenheim: Sabine Hauswirth, „Von der Vision zur Geschäftsidee“, Sabine Hauswirth-Visionsconsulting; „Zukunft gestalten – Visionen entwickeln, Potenziale entfalten, Trends erkennen, Ziele umsetzen“, Sabine Hauswirth, Visions-Seminarklassiker, 2003 bis heute, Rosenheim/München.

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