Zufriedenheit & Glücklich-Sein

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Vielem rennt man heutzutage hinterher. Doch was macht wirklich zufrieden und glücklich? Ich denke, dass das ohnehin nur jeder für sich selbst beantworten kann. Aber die Suche nach Glück und Wohlbefinden scheint ja ein großer Markt zu sein, sonst würde es ja nicht so viele Glücks-Ratgeber, Kalender mit Glücks-Sprüchen, Astro-Kekse mit Sprüchen für das eigene Glück und so vieles mehr geben.

Meine persönliche Antwort ist hier relativ einfach: das ganze Leben als Schatzkiste zu sehen und als den eigentlichen Weg für Glücklichsein zu entdecken. Natürlich braucht man für sehr viele Fragen im Leben die Antworten. Und dafür gibt es genügend Tools, Bücher, Coaches und was auch immer.

Herauszufinden aber, dass die Kompensation im Außen letztendlich nur das ist, was das Wort selbst besagt, nämlich ‚Ersatz‘ oder ‚Ausgleich‘ und mehr eben nicht: da kann es weder die Marken-Handtasche, noch die falschen Wimpern, noch das tausendste Paar Schuhe sein oder ständiges Wellness oder Essen-Gehen – das alles ist keine Möglichkeit, innere Leere zu füllen. Innerer Reichtum wird nicht erzeugt durch Konsum.

Nichtsdestotrotz ist Genuss wichtig. Diesen allerdings dann ganz bewusst und wohlüberlegt zu wählen, das halte ich für die Lebens-Kunst, die inneren Reichtum erfüllt.

Die eigene Schatzkiste zu öffnen, und zwar so wie jeder vermag, ohne äußeren Zwang oder gar perfektionistischen Anspruch, halte ich für einen Weg, der in die Zufriedenheit führt. Egal, ob man seine Kochkünste als Mann oder Frau verfeinert, oder ob man sportliches Geschick ausdehnt und gar zum Beruf macht oder was eben so in einem als Talent angelegt ist – wer seiner eigenen inneren Begabung nicht folgt, bleibt unzufrieden. Und natürlich kann nicht jeder sein Hobby oder Talent zum Beruf machen. Das muss auch gar nicht sein. Wer aber jahrelang lediglich vor sich hindämmert, verpasst eine wesentliche Chance: die Chance, sich wirklich persönlich weiterzuentwickeln und immer unabhängiger von Ersatz/Kompensation zu werden. Dazu benötigt man lediglich eine Entscheidung. Und sicherlich auch Mut, sich von der Meinung Anderer unabhängiger zu machen.

Im Sinne des benediktinischen Prinzips denke ich auch, dass in Unternehmen jeder sein Talent ausleben können sollte. Das benediktinische Prinzip bedeutet weitläufig interpretiert, dass jeder unterschiedlich auch entsprechend den eigenen Fähigkeiten eingesetzt werden sollte und dass diejenigen, die mehr können oder tragen können, auch mehr übernehmen sollten. Nicht umsonst ging das benediktinische Prinzip in einer Zeit der Krise als DAS „Europa-Prinzip“ ein, das für eine offene und sinnvolle Gemeinschaftsregel stand. Von der wir aber heute weit entfernt scheinen.

Dass aber jede Tätigkeit, und sei sie noch so klein, geschätzt wird. Das geht in unserer Gesellschaft der Hochglanz-Broschüren und Marketing-Kampagnen vollkommen unter: die Wertschätzung gegenüber allen Tätigkeiten. So vermisse ich die Wertschätzung gegenüber der Klo-Frau genauso wie gegenüber der Hausfrau oder aber dem Handwerker gegenüber.

Um aber resilient genug zu sein, wird es hier immer mehr Lernen benötigen: dass Wert-Schätzung etwas mit WERT und SCHATZ zu tun hat. In dem Moment, wo wir hier eine Haltung entwickeln, die großzügiger ist, werden wir auch wieder wohlwollender mit welcher Art von Beruf, Position oder Beschäftigung umgehen können. Ich habe diese Form der Haltung auch in meine Reduktions-Formel eingearbeitet – eine Formel, wie wir durch Umgang mit ZUVIEL oder mit KOMPLEXITÄT, vereinfacht formuliert, umgehen können.

Ich nenne das auch Stressdiät oder Glück ist Knäckebrot. Mit komplexen Themen, aber auch mit zuviel Stress oder Veränderungsdruck benötigen wir eine ganzheitliche Herangehensweise:


Reduktionsmanagement als Zukunftsprinzip ODER Glück ist Knäckebrot – Die Stressdiät.

1. leichter und weniger = Reduktion von Stress & Ballast (personal reduction)
2. schneller und flexibler = Innovationsfähigkeit/Flexibilität/Geschwindigkeit (IFG) als Grundlage für höhere Umsetzungsgeschwindigkeit (speed of implementation)
3. innovationsfähiger = Veränderungsbereitschaft = Persönlichkeitsentwicklung ein Leben lang (personal innovation)
4. entwickelter = authentische Weiterentwicklung (Arena expansion)
5. sowohl-als-auch-denkender = Toleranz, Menschlichkeit, Chancen-Sehen (social leadership, philanthropy)
6. persönlicher = jeder wie er vermag (personal framing)
7. stabiler = wissen, was trägt = Vertrauen, Zuversicht, Liebe, Optimismus, Mut, Glaube (basic trust)

(© Die 7 Kriterien für Reduktionsintelligenz-Entwicklung / Glück-ist-Knäckebrot-Prinzip, Hase-Igel-Strategie, 80/20-Eisberg-Lernen, SABINE HAUSWIRTH, JAN 2016)


In Punkt 6. haben wir wieder das benediktinische Prinzip, nachdem es um persönlichere Art des Umgangs miteinander geht (ich habe das ‚personal framing‘ genannt). Wenn wir nur einen gewissen Teil davon hinkriegen, und zwar jede/r von uns, gestalten wir die Welt ein Stück weit menschlicher.
Zugleich machen wir uns selbst dadurch auch glücklicher – weil wir etwas dazu beigetragen haben. Und so kann jede/r etwas für das eigene Glücklichsein beitragen. Dazu braucht es kein Geld und auch keine Kino-Eintrittskarte. Das entsteht dann auch noch nebenbei.


Bildnachweis: Fotos und Photographics © Sabine Hauswirth Germany, Twitterfeeds by Twitter

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