Ziele erreichen

Selbstverständlich hat jeder schon über Ziele und Zielerreichung gelesen und gehört und im .laufend praktiziert.

Doch in der Motivationspsychologie gibt es ein paar interessante Erkenntnisse, die so manch einem Chakka-Speaker und Entertainer nicht gefallen dürften, weil sie keine Sofort-Ergebnisse liefern und auch kein kurzfristiges Hoch-Gefühl auslösen, sondern reine Entwicklungs- und Trainings-Zeit erfordern.

Das Training

sowie das Wissen um ein paar Erkenntnisse aus der Motivations-Forschung sind not-wendig.

Glück-ist-Knäckebrot-Methode VERSION 3 (Sabine Hauswirth, Entwicklung: 2014/2015) (aus: Glück ist Knäckebrot, ISBN 978-3-945114-35-3)

Ziele erreichen durch Reduktions-Strategien, die die Förderung der Selbstregulation, Entwicklung der Persönlichkeit und Willensstärke sowie Entspannung durch Natur in einer reizüberfluteten Welt unterstützen

In dieser Methode wird die sogenannte MCII – Mental Contrasting with implemention Intentions[1] verbunden mit eigenen entwickelten Methoden, die der Förderung der Verbindung von rechter und linker Hirnhälfte dienen. Außerdem setze ich „Wenn-Dann-Strategien[2]“ zur sichereren Erreichbarkeit von Zielen (und damit Erfolgserlebnissen) sowie Entspannungstechniken durch Visualisierung/Natur für mehr Power und Zufriedenheit ein („die eigene Natur spüren, Bei-Sich-Sein, Glücklich-Sein = Übereinstimmung mit den eigenen Bedürfnissen, Wünschen & Zielen). Ziel der Methode, ist, eine komplexe Anforderung aufs Einfachste zu reduzieren und damit am besten alltagstauglich zu gestalten zur regelmäßigen Anwendung. Die gesamte Methode WOOP von Gabriele Oettingen ist in 20-jähriger Forschung erprobt und belegt worden und dient vor allem der realistischen Einschätzung von Hemmnissen auf dem Weg zur Zielerreichung.

Das Mentale Kontrastieren ist eine Methode zur Selbstregulation und fördert die Zielbindung sowie Klarheit bei Entscheidungen bei gleichzeitiger Zielabschirmung (Goalshielding). Im Zusammenhang mit Naturerfahrung habe ich diese Methode weiter entwickelt. Denn in der Natur ist die Ablenkung einerseits begrenzt und Natur wirkt immer hilfreich als beruhigende Methode anstatt zusätzlich erhöhte Ablenkbarkeit, Konzentrationsmängel und ein erhöhtes Abbruchverhalten von Tätigkeiten und Handlungen zu fördern. Die Reizüberflutung durch Digitale Medien & Co. senkt das Aufmerksamkeits-Niveau vieler Menschen im Alltag und bedarf guter, alltagstauglicher Reduktions-Strategien zur eigenen Abgrenzung und zur gelungenen und glücklichen Lebensgestaltung. Die äußeren Rahmenbedingungen in der Natur helfen außerdem bei der besseren Selbstkontrolle von Impulsen: Belohnungsaufschub zu erfahren und somit im Alltag auch umsetzen zu können für mehr Wohlbefinden („Glücklich-Sein“), Willensstärke, Erfolg und besserem Selbstmanagement[3]. Damit dies als Lebenspraxis umgesetzt werden kann, bedarf es Wiederholung und regelmäßiger Übung sowie integraler Lebenspraxis, die ich in meinen Seminaren zusätzlich weitergebe[4]

Ziel und Vorgehensweise bei dieser Methode:

Erster Schritt (Förderung der Zielbindung):

  1. das aktuell wichtigste Anliegen in einem Bereich zu bestimmen (Ziel),
  2. sich vorstellen, wie positiv sich das erfolgreiche Umsetzen dieses Zieles anfühlt; es wird „ge-fühlt“
  3. zugleich wird überlegt, welche Hindernisse es auf dem Weg zum Ziel geben kann,
  4. danach stellt man sich vor, wie die Hindernisse „ausschauen“ können und sich „anfühlen“,

Zweiter Schritt (Förderung der Selbstregulation & Zielerreichung & Zielabschirmung):

  1. Pläne zur Ausführung des ersten Schrittes durch WENN-DANN-STRATEGIEN
  2. Ziel-Kontrolle planen: Zeit/Frist setzen, Kontrolle & Belohnungssystem oder Ähnliches
  3. kurze Übungen, wie die eigene Lebens-Planung in derselben Reihenfolge modular aufgebaut werden: die eigene Autonomie fördernd mit zu einem passenden, realistischen Zielen – step-by-step und mit Realitäts-Relevanz/Abgleich

Dritter Schritt (Förderung der Selbstregulation & Zielerreichung)

  1. Natur als Hilfsmittel für Stille und Zu-Sich-Kommen, was wiederum Grundlage für ALLES ist – Stille erzeugt Bindung zu sich selbst, eröffnet neue Kraftquellen und schafft durch das Kennenlernen von „Pausen“ das Erfolgserlebnis und die Ermutigung, dies auch im Alltag regelmäßig einzubauen als Energie- und Power-Faktor.
  2. Stille & Natur kombiniert schaffen Erholung und Konfrontation mit sich selbst zugleich. Das dient der persönlichen Entwicklung, die wiederum Grundlage für Erfolg, Mut zur Veränderung und Ressourcen-Einschätzung und –einteilung ist. Übungen für Belohnungsaufschub, in diesem Seminar in der Natur er-lebt, unterstützen die Entwicklung von Willensstärke und der Persönlichkeit („der eigenen Natur“)[5] und sind ideale Voraussetzung für das gelungene und glückliche Leben in der heutigen Zeit.

Wenn Change gefordert ist, dann braucht es zusätzlich zur Zielplanung eine einfach Methode für Innovation – Einstiegsvariante-

Vielen Menschen ist Innovation vor allem im Bereich der Technik angesiedelt und weniger für das alltägliche Leben. Doch gerade wenn es darum geht, sich das Leben zu vereinfachen oder mehr Ergebnis mit weniger Aufwand zu erreichen, ohne dass in einem betriebswirtschaftlichen Zusammenhang bringen zu wollen, dann ist es gut, wenn man sich ein alltagstaugliches Innovationstraining aneignet. Probieren Sie doch einmal aus, wenn sie regelmäßig täglich ein paar Minuten Zeit nehmen, indem sie sich irgendwelche Gegenstände in ihrer Umgebung anschauen und sich die Frage stellen, was sie daraus Neues gestalten könnten. Die weitere Fragestellung dabei lautet vor allem immer, was von dem Gegenstand weggelassen werden könnte, weil es nicht zwingend notwendig ist und was neues hinzu gestaltet werden kann. Beispiel Sie kennen doch diese Kleiderbügel aus Draht, die beispielsweise mit Kleidungsstücken aus der Reinigung mit nach Hause gebracht werden. Nehmen Sie einen solchen Kleiderbügel in die Hand und überlegen Sie sich einmal, was sie daraus nützliches Formen könnten, dass anschließend irgendeine Funktion übernehmen soll. Hier geht es nicht darum, dass sie etwas Schönes gestalten sollen. Sinn dieser Übung ist lediglich, sich Gedanken zu machen, aus etwas bestehendem etwas Neues zu machen. Dabei wird unser Gehirn dahingehend trainiert, sich anzustrengen, flexibler und kreativer zu denken. Wenn wir dabei zugleich unsere Hände nutzen können, wird das in unserem Gehirn ebenso erkannt, stärkt zusätzlich neuronale Netzwerke und wie wir bereits mitbekommen haben, wird durch die Stärkung von neuronalen Netzwerken Konzentration Reaktionsgeschwindigkeit erhöht. Dieses ‚Upcycling‘ von Gegenständen ist der Einstieg in das Denken & Handeln von Innovation. Aus dieser seit meiner Jugend praktizierten Vorgehensweise beim Upcyclen von Kleidung entstand dann später sehr viel mehr: Innovations-Methoden und eine insgesamt andere Herangehensweise, wenn es um Change geht.

Und hier noch ein einfaches Tabellen-Tool für WENN-DANN-PLÄNE, um die Zielabschirmung besser zu gestalten:

Ziel

Wenn (Hindernis, Problem)

Dann

(Reaktion, Lösung, Worte)

mögliche beteiligte Personen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gerade wenn man sein Leben verändern möchte, tritt man in der Regel heraus aus der Masse, auch aus den Regularien der gewohnten Umgebung. Wer sein Ziel erfolgreich definiert hat durch die bereits in einem der vorgenannten Kapitel beschriebenen Schritte wie man Visionen und Ziele erreicht, hat dadurch die sogenannte Synchronisation (Adaptiv Unbewusstes mit dem Verstand) erledigt und kann dann zur Zielabschirmung weitergehen. Zielabschirmung wird auch Goal-Shielding genannt, nur für den Fall, dass sie diesen Begriff einmal lesen. Dazu bedarf es mehrere Dinge, mir erscheint aber die wichtigste Methode für den Beginn die von mir sogenannte „kleine Zielabschirmung“ auszuarbeiten. Denn immer dann wenn man aus der Masse heraus tritt, kommen Menschen mit Fragen, kommen Menschen, die neidisch oder unverständlich reagieren. Damit man nicht in ständige Dauerschleifen der selbst Entschuldigung gelangt, kann man sich hier vorbereiten, sodass eine Art automatisierte Reaktion bereits eingeübt ist. Diese kleine Zielabschirmung dient also dazu, zunächst noch einmal das Ziel oder mehrere Unterziele aufzuschreiben, um dann mögliche Hindernisse zu benennen. Beispiel: Wenn Situation X eintritt, dann sage ich Y. Schreiben Sie, wenn es für sie hilfreich ist, eventuell auch Personen auf, die für solche Situationen mit ziemlicher Sicherheit dann auch in Erscheinung treten. So machen sie sich sicherer in ihrer Entscheidung einerseits, andererseits aber auch in einer besseren Reaktionsgeschwindigkeit oder in einem besseren Reaktionsverhalten.

Wichtig ist, immer zuerst mit dem ZIEL zu beginnen in der Formulierung. Und dann ins JETZT zu gehen und zu beschreiben, was der Ist-Zustand und das entsprechende Problem oder Hindernis ist. Die Wenn-Dann-Pläne wurden auch verwendet und getestet in jahrelanger wissenschaftlicher Forschung durch ganz genau beschrieben von Oettingen & Gollwitzer, die daraus das WOOP, das sogenannte “Mentale Kontrastieren“ entwickelten. Dies ist eine sehr gute Methode, um Ziele zu erreichen, weil sie immer das Unbewusste mit einbeziehen und auf eine einfache Art damit umzugehen. Oettingen & Gollwitzer haben dabei herausgefunden, dass wenn ausschließlich Ziele sich vorgestellt oder affirmiert werden, unser Unbewusstes sich schon auch so darauf einstellt, als sei es erreicht. Ohne den Realitätsbezug ins Hier und Jetzt und der Vorstellung, was im aktuellen Zeitpunkt an Hindernisse parat stehen und ohne den WENN-DANN-Plan gehen die meisten der Ziele ins Leere. Durch solche Wenn-Dann-Pläne wird auch nicht rein kognitiv gearbeitet, sondern mit der reinen Formulierung, unbedingt schriftlich, wird unser Unbewusstes darauf „eingestellt“, fast automatisch zu reagieren und das Ziel dann unter Zuhilfenahme unserer Aktionen zu erreichen. Ich mache das an einem Beispiel von mir selbst fest:

ich hatte vor einigen Jahren eine gigantisch schwere Zeit nach Geschäftsmodell-Umstrukturierung und Scheidung und so ein paar anderen Situationen – keine Umsätze in den ersten Jahren, aber noch die alten Kosten. Also habe ich mir mein Ziel, was ich erreichen wollte, ganz konkret aufgeschrieben und die Hindernisse, die sich im Hier und Jetzt darstellten. Ein Wenn-Dann-Plan hat dann beispielsweise so ausgeschaut: WENN ich mir nicht zutraue, auf einen Konzern zuzugehen, um meine Leistung anzubieten, DANN drehe ich erst einmal eine Runde mit dem Rad und mache mich wieder fit und selbstbewusst. Auf meiner Topic-Liste für die Wenn-Dann-Pläne standen einige Sätze…

Das mag jetzt vielleicht komisch klingen, hilft aber. Es ist eine wirklich gute und vor allem einfache Methode, auch schwere Ziele zu meistern und insbesondere den Mut nicht aufzugeben.

[1] Gawrilow C., Morgenroth K., Schultz R., G. Oettingen & Gollwitzer P.M. (2012). Mental contrasting with implementation intentions enhances self-regulation of goal pursuit in
schoolchildren at risk for ADHD. Motivation and Emotion, 10.1007/s11031-012-9288-3

[2] Daniel Kahneman, Schnelles Denken, langsames Denken (Thinking, Fast & Slow), Pantheon Verlag, 12. Auflage, 2015

[3] in Anlehnung an Walter Mischel, Der Marshmallow Test – Willensstärke, Belohnungsaufschub und die Entwicklung der Persönlichkeit – , Random House, 1. Auflage März 2015; Sabine Hauswirth, Natur als Mittel der Entschleunigung „Glück ist Knäckebrot“, 2014/2015-Seminar-Reihe

[4] diverse Quellen: u.a. Wilber/Patten/Leonard/Morelli, Integrale Lebenspraxis, Ein Übungsbuch, Random House, 2010; Kurt Tepperwein, Super-Intuition; Anselm Grün, Dem Alltag eine Seele geben, Herder Verlag, 2003; Abt Odilo Lechner, Weite Dein Herz – Lebenskunst aus dem Kloster -, Heyne Verlag, 3. Auflage 2002; Dr. med. Toni Pizzecco, Optimismus-Training, Gräfe & Unzer Verlag, 2007; Franz P. Redl, Übergangsrituale, Drachen Verlag, 2. Auflage 2014; Silvia Hartmann, Das neue Positiv-EFT-Tapping kompakt, VAK Verlags GmbH, 2014

[5] Franz P. Redl, Übergangsrituale, Drachen Verlag, 2. Auflage 2014; Henning Genz, Wie die Naturgesetze Wirklichkeit schaffen – Über Physik und Realität – , Hanser Verlag, 2002; Walter Mischel, Der Marshmallow Test – Willensstärke, Belohnungsaufschub und die Entwicklung der Persönlichkeit – , Random House, 1. Auflage März 2015;

 

Über die Autorin

Sabine Hauswirth

Sabine Hauswirth ist seit über 20 Jahren Strategieberaterin. Sie unterstützt KMU, Startups und Teams bei der Lösung von komplexen Herausforderungen. Mit ihrem Satellite-Core-Modell und über 30 weiteren Innovationen hat sie Methoden und Konzepte entwickelt, die komplexe Herausforderungen besser entwickeln und lösen lässt.