4 Regeln für Einfallsreichtum

Digitalisierung, Design, Fotografie, Digital Services, Innovation, Innovationsmanagement, Digitale Markterschließung, E-Commerce

Einfallsreichtum, Motivation und Strategie verbinden – um sie für Innovation und Digitalisierung zu nutzen

Im Zeitalter digitaler Transformation und sich immer schneller verändernden Geschäftswelten kommt immer mehr die Frage auf, wie Geschäftsmodelle gestaltet werden sollen und können. Oder anders ausgedrückt, wie sich Geschäftsmodelle an diesen von außen kommenden Anpassungsdruck besser anpassen können. Wer heute ein Geschäft eröffnet, egal ob es sich um eine Dienstleistung oder um Produktverkauf handelt, hat immer schon die Global Player Google, Apple, Amazon & Co. als Konkurrenz im Boot. Oder bestehende Unternehmen, selbst große Unternehmen, die lange schon am Markt sind, haben zunehmend diese Konkurrenz und die Möglichkeiten, die durch Digitalisierung entstanden, im Nacken.

1. Strategie: Geschäft intelligent gründen

Doch dies sollte niemanden abhalten, ein Geschäft zu eröffnen oder sich laufend weiter zu entwickeln. Doch die Rahmenbedingungen sind grundlegend verändert im Gegensatz zu noch vor zehn Jahren, als die Möglichkeiten des Internets und der Digitalisierung noch nicht so vielfältig waren. Heute geht es vielmehr um eine adaptiv-situative Anpassung von Geschäftsmodellen: eine schnelle, an Marktbedingungen angepasste Veränderung. Lange Wege von Entscheidungsketten dürften da genauso wenig hilfreich sein wie allzu groß und teuer angelegte Marketing-Kampagnen im Umfeld der Veränderung.

2. Strategie: Geschäft flexibel halten

Für Unternehmen habe ich ein Modell entwickelt, das eine  Möglichkeit darstellt, sich mit dem vollen Potenzial, das das Unternehmen zu bieten hat, aufzustellen und dabei aber schneller anpassungsfähig und zugleich weiterhin erkennbar zu bleiben. Da es sich um ein Modell handelt, ist es dementsprechend als solches gedacht: es bietet ein Beispiel und es bietet Handlungs-Impulse, um sowohl in einem bestehenden Geschäftsmodell als auch in einem neu zu gestaltenden Geschäftsmodell Anwendung zu finden. Das Grundprinzip ist so gedacht, dass man die vorhandenen Potenziale oder Ressourcen erst einmal klar strukturiert auflistet. Alle Potenziale werden in meinem Modell, das ich Satellite-Core-Modell nannte, zu Satelliten. Aus einem der Satelliten wählt man einen Core, also einen Kern oder ein Hauptstück als Fokus-Satelliten.

3. Strategie: Potenzial laufend trainieren

Hintergrund dieser Vorgehensweise ist zunächst einmal die Benennung aller Potenziale, aus denen Geschäfts- und Einkommens-Möglichkeiten gewonnen werden könnten, um dann daraus einen Schwerpunkt und Fokus, auf den die Konzentration geht, zu wählen. Das Wichtige dabei ist, dass der Fokus-Satellit der einzige Satellit ist, der persönlich (bei Einzelunternehmen) bedient werden soll. Und die Neben-Satelliten müssen immer ausgelagert werden können. Im Modell gehe ich sogar so weit, dass der Fokus-Satellit in schwierigeren Umsatz-Zeiten oder auch bei veränderter Auftragslage dann auch gegebenenfalls als sozialversicherungspflichtiger Job umgewandelt wird: entweder zeitlich befristet oder längerfristig oder wie auch immer. Ziel ist immer größtmögliche Flexibilität, aber immer mit dem Hintergrund, die eigene Authentizität zu bewahren. Dies tut man, weil man seine Potenziale kennt und klar strukturiert zu einem Geschäfts- und Einkommensmodell gestaltet hat. Die Arten der Einnahmequellen, ob Einkünfte aus selbständiger Tätigkeit oder Teile auch aus sozialversicherungspflichtigem Einkommen oder Geschäftsführer-Gehalt ist vollkommen egal: Ziel ist immer, das eigene Life Management zu gestalten und für Wohlbefinden durch Authentizität zu sorgen. Wer die aktuelle Entwicklung nicht nur in Startup-Szenen sieht, erkennt zunehmend das Beschreiben von „Scheitern“: ich sehe dieses Scheitern als eine zunehmende Konsequenz aus dem Zeitalter der digitalen Transformation, in dem eben nicht mehr nur einfach rausgegangen werden kann mit einer Geschäftsidee und schon hat man den entsprechenden Markt erobert. Im Gegenteil, dieses immer wieder als Scheitern bezeichnete Fehlschlagen würde ich lieber mit „Nicht-Erobern-Können-von-Märkten“ bei gleichzeitiger fehlender Flexibilität und Struktur bezeichnen. Ohne Flexibilität, entsprechenden Pragmatismus und schnelle Anpassung an Verhältnisse und einem entsprechenden Modell wird es einfach schwierig bleiben, zu bestehen.

4. Strategie: Mitarbeiter motivieren und fördern

Auch in bestehenden Unternehmen kommen immer mehr Veränderungs- und Anpassungs-Prozesse vor, die wiederum auf zunehmende Freudlosigkeit vieler Mitarbeiter in Unternehmen stoßen. Diese sind aus den unterschiedlichsten Gründen freud- und motivations-los: entweder sie sind unterbezahlt oder nicht entsprechend ihrem Potenzial eingesetzt oder aber sie sind vollkommen durch eine Komfortzone verwöhnt. Motivation könnte durch das Satellite-Core-Modell auch gefördert werden: indem man Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, ihr Talent zumindest zeitweise kennenzulernen, zu fördern und per Satelliten auszulagern, oder sogar im Unternehmen zu leben, gibt man ihnen zugleich das Gefühl von Selbstwirksamkeit und Wertschätzung. Daraus erwachsen wieder verstärkt Motivation und womöglich erhöhter Einfallsreichtum, das in Unternehmen zunehmend benötigt wird für Innovation. Viele Menschen heutzutage haben längst innerlich gekündigt und tun nur noch das, was von ihnen verlangt wird. Dieses Dauer-Funktionieren ist langfristig für Unternehmen der Untergang. Denn die Veränderungsprozesse geschehen immer schneller und so wie ich das sehe, wird Veränderung ein laufender Prozess im Unternehmen und im Leben werden müssen. Unmotivierte und freudlose Mitarbeiter kann man spätestens dann auch nicht mehr nur mit einmaligen Events und Change Management Maßnahmen abholen, wenn das eigene Geschäftsfeld nicht mehr funktioniert und Veränderung per Zwang von Außen aufgedrückt wurde. Und die vermeintlichen Sicherheiten eines sicheren Arbeitsplatzes gefährdet erscheinen oder aber tatsächlich gefährdet sind. Also benötigt es zunehmend andere Strategien für Motivation und Wohlbefinden. Aber das ist dann nochmals ein anderes Thema.

Zurückkommend zu meinem Satellite-Core-Modell: das besondere dieses Modells ist, dass es sich zugleich um eine Möglichkeit handelt, die eigenen Talente zielgerichtet und strukturiert laufend weiter zu entwickeln. Und sie entweder bei Bedarf oder ständig zu zeigen. Dadurch hat man sozusagen ein persönliches Marketing- oder Selbstmarketing-Instrument in der Hand. Ich selbst habe nach meinem Ausstieg aus der Finanzbranche etwas gebraucht, das schnell und fürs eigene Wohlbefinden guttuend funktioniert. So sind meine Satelliten weitestgehend ausgelagert und mein Fokus-Satellit ist Beratung. Da ich flexibel bleiben wollte und jederzeit anpassungsfähig, ist der Fokus-Satellit für mich vollkommen irrelevant, ob es sich um Beratungs-Aufträge oder eine Spezialisten-Stelle in einem Unternehmen ist. Das klingt vielleicht merkwürdig, ist es aber nicht: wer das eigene Potenzial kennt und lebt, muss sich nicht mehr verbiegen und sorgt einfach nur für sich selbst. Das ist also das besondere des Modells: das eigene Potenzial ist immer in einem, und wenn es idealerweise größtenteils ausgelagert ist und auch schon etwas passives Einkommen bringt, kann der Fokus-Satellit immer regional verlagert werden oder sonstigen Vorstellungen entsprechend angepasst werden. Das ist größtmögliche Flexibilität – die eigene Lebensgestaltung nicht nur Anpassungs-Druck, sondern auch und insbesondere entsprechend der eigenen Vorstellungen zu formen. Denn Veränderung kommt ohnehin immer öfter, also benötigt es für Wohlbefinden zeitgleich immer mehr Selbstwirksamkeit, also das Gefühl, etwas selbst und aus eigenen Kräften zu bewirken und zu gestalten.

Das Modell dient also auch der Herausbildung eines Einzigartigkeits-Designs, also einer authentischen Präsentation des eigenen Unternehmens, das wiederum nur schwer kopierbar ist von anderen. Dies funktioniert sowohl für Einzelunternehmen wie auch bei größeren Unternehmen. Bei größeren Unternehmen dient das Modell genauso gut, muss aber anders angewandt werden. Hier geht es dann vor allem um das Heben der eigenen Schatzkiste, der Förderung des vollen Potenzials der Mitarbeiter. Ich nenne das schon immer die „Schatzkiste im Unternehmen“ – denn alle zusammen machen erst den Schatz aus. Je mehr Potenzial in Satelliten fließen kann, umso mehr macht man sich unabhängiger von Markt-Gegebenheiten, die zur Anpassung zwingen. Und umso mehr wird man weniger kopierbar, gerade in Zeiten, wo es so schnell wieder die Kopie der Kopie gibt. Das Satellite-Core-Modell dient also nicht nur der Orientierung und besseren Anpassungsfähigkeit in schwierigen Märkten, sondern dient zugleich der Förderung des Potenzials und der Talente und letztendlich dem Einfallsreichtum und der Innovations-Förderung. Innovation muss zukünftig zunehmend aus dem Unternehmen heraus gestaltet werden. Die schnellere Veränderung im Außen zwingt zu immer schnellerer Anpassung. Das benötigt Mitarbeiter, die darin geschult sind und die auf Veränderung gelassen und bestenfalls mit Einfallsreichtum reagieren. Dies jedoch geht nur durch regelmäßiges Training der Vielfalt. Das bekanntermaßen zu vernetztem Denken und Handeln führt. Dies gilt im Kleinen wie im Großen.

Doch der Beginn all dessen ist, sich für das Ausleben und Zeigen des Potenzials, der Schatzkiste, zu entscheiden. Und das dann mit entsprechender Motivation und Strategie umzusetzen.

Autorin und Entwicklerin des Satellite-Core-Modells: Sabine Hauswirth. Dieser Artikel wurde erstmals 2016 veröffentlicht bei HUFFINGTON POST.

Einfallsreichtum ist kein Zufall

Du musst es nur tun

 

~ SABINE HAUSWIRTH

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